weather-image
24°

Ein Leben für den Enzian

4.9
4.9
Bildtext einblenden
Auch bei der Arbeit auf den Brennhütten war er meist gut gelaunt: Gebhard Droßbach starb jetzt im Alter von 84 Jahren. Foto: privat

Berchtesgaden – Sein Name ist untrennbar mit der Enzianbrennerei Grassl verbunden. Gebhard Droßbach stellte in der Firma jahrzehntelang entscheidende Weichen und begründete damit seinen Ruf als erfolgreicher Geschäftsmann. Am Mittwoch letzter Woche verstarb der Berchtesgadener im Alter von 84 Jahren.


Gebhard Droßbach wurde am 30. Mai 1929 geboren. Nach dem Studium an der Technischen Universität Weihenstephan kam der diplomierte Braumeister im Dezember 1952 durch die Heirat mit Anna Grassl zur Enzianbrennerei. Mit dem Schwiegervater Sylvester Grassl hat er den Betrieb in der Maximilianstraße 11 in den 50er-Jahren unter schwierigsten Verhältnissen auf- und ausgebaut. Mitte der 60er-Jahre erfolgte dann der Neubau an der jetzigen Stelle in der Unterau. Das hat sich auch im Nachhinein als wichtige und kluge Entscheidung erwiesen.

Anzeige

Die Mitarbeiter, die ihn noch persönlich kennen, sprechen immer noch voller Respekt vom »Alten«, der stets tatkräftig und voller Ideen die Firma voranbrachte. Im Jahr 1995 zog sich Gebhard Droßbach aus der Firma zurück. Nach immerhin 43 Jahren Enzianbrennerei war er allerdings bis zuletzt immer noch an den Dingen rund um das »Hochprozentige« sehr interessiert.

Droßbach hat sich auch außerhalb seines Berufs engagiert, übte einige Ehrenämter aus. Er war mit Leib und Seele Feuerwehrler und sogar 1. Vorstand des Feuerwehrvereins, außerdem noch stellvertretender Vorsitzender beim IHK-Gremium Berchtesgadener Land, die Vertretung der gewerblichen Wirtschaft im Landkreis. Aktiv war er auch bei den Herzogberger Weihnachtsschützen.

Der Rat von Gebhard Droßbach war immer gefragt und die ihm eigene rustikale Art sehr erfolgreich. Aufgrund seines Asthmaleidens hielt er sich gerne auf See auf, war leidenschaftlicher Blauwasser-Segler und heuerte sogar einmal auf einem Frachter an, da die Salzwasserluft ihm sehr gut tat. Aus diesem Grund hat er sich in den letzten Jahren seiner Firmenzugehörigkeit auch gerne auf die Brennhütten am Priesberg und auf der Eckerleiten zurückgezogen, denn auch die Bergluft tat ihm gut. Und freilich machte ihm die Arbeit dort auch Spaß.

Leider schränkte Krankheit seinen Radius später eng ein. Von einem Schlaganfall konnte sich Droßbach nie mehr richtig erholen, seitdem war er rechtsseitig gelähmt. In den letzten Jahren war er an den Rollstuhl gefesselt, konnte die Wohnung am Doktorberg nicht mehr verlassen. Doch Jammern war bis zuletzt nicht seine Sache. Ulli Kastner