Doppelt so viel Platz wie bisher: Gemeindebücherei wurde eingeweiht – Tag der offenen Tür ist geplant

»Ein lebendiger Ort, an dem man sich trifft«

Waging am See – Die Gemeindebücherei St. Martin in Waging am See wurde am Freitag offiziell eingeweiht. Zweiter Bürgermeister Matthias Baderhuber, Sabine Adolph vom Sankt-Michaelsbund und die stellvertretende Büchereileiterin Silvia Christensen drückten ihre Freude über den neuen Standort und die moderne Präsentation aus. Pfarrer Andreas Ager spendete der Bücherei und den 120 Quadratmeter großen Räumen den Segen.

Pfarrer Andreas Ager spendete den neuen Bücherei-Räumen in Waging den Segen. (Foto: H. Eder)

»6000 physische Medien« biete die Bücherei zur Ausleihe an, wie Zweiter Bürgermeister Baderhuber aufzählte, also, wie er konkretisierte, »solche, die man wirklich mitnehmen kann«. Und natürlich gebe es zusätzlich noch einiges aus der »digitalen Welt«. Es freue ihn, dass es gelungen sei, das Gebäude der Tourist-Info mit der Wiedereröffnung des Baiuvaren-Museums, mit dem Einbau von Büroräumen für die Gemeindewerke und dem Betrieb der Bücherei zu beleben. Damit stehe der Bücherei jetzt doppelt so viel Platz zur Verfügung wie zuvor im Pfarrheim.

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Kosten in Höhe von 60 000 Euro

Mit dem Abschluss eines Kooperationsvertrags sei die »Gemeindebücherei St. Martin« als gemeinsames Projekt von Gemeinde und Pfarrei besiegelt worden. Der Umbau und die Einrichtung nach modernsten Gesichtspunkten habe Kosten in Höhe von knapp 60 000 Euro mit sich gebracht; der Sankt-Michaelsbund habe dankenswerterweise 15000 Euro dazugegeben, und die Pfarrei habe einen Zuschuss von 2000 Euro geleistet. Zum Schluss sagte Baderhuber all jenen Dank, die zu diesem Projekt beigetragen haben. Geschenke überreichte er an Büchereileiterin Agnes Ochsenfahrt und Sabine Adolph vom Sankt-Michaelsbund.

Bücherei ein Ort der Leseförderung

Diplom-Bibliothekarin Adolph als Vertreterin des ältesten bayerischen Büchereifachverbands betonte, dass gerade in der heutigen Zeit, »die scheinbar von elektronischen Medien dominiert« sei, öffentliche Büchereien dringend gebraucht würden. Denn gut lesen zu können bedeute eine Schlüsselfunktion für lebenslanges Lernen, ohne das es heutzutage unbestritten nicht mehr gehe.

Einen Blick zurück in die Geschichte unternahm Silvia Christensen, die stellvertretende Büchereileiterin. Dabei zitierte sie aus der ältesten vorhandenen schriftlichen Unterlage von 1962: Demnach »verwalteten zwei Bücherwarte damals 70 Kinderbücher, 45 Jugendbücher und 225 Romane und Erzählungen und bedienten 60 aktive Leser, davon nur 16 Erwachsene, der Rest Kinder und Jugendliche«. Die Räume im Pfarrheim, in denen die Bücherei seit 1967 untergebracht waren, seien, so Christensen weiter, nach und nach zu eng geworden. Glückliche Umstände und eine hartnäckige »Lobbyarbeit« hätten dazu geführt, dass jetzt der Standort im Gebäude der Tourist-Info habe verwirklicht werden können, womit zwei attraktive Kulturstätten an einem Ort zusammengeführt worden seien. In einem Kraftakt habe man in nur 14 Tagen den Umzug geschafft, tatkräftig von Bauhof-Mitarbeitern unterstützt. Es sei, so stellte Christensen als Fazit nach den ersten Wochen fest, »eine Freude, in diesen attraktiven Räumen zu arbeiten«. Viele Medien warteten auf Nutzer, »und für einen guten Spirit und Wohlfühlcharakter müssen die Menschen sorgen, damit es ein echter Ort der Begegnung wird«.

Der Pfarrer lieh sich die Bibel aus

Pfarrer Andreas Ager stellte das Sortiment der Bücherei gleich auf eine Probe, indem er darum bat, ihm doch eine Bibel auszuleihen. Da konnte natürlich geholfen werden. Mit dem Prolog aus dem Johannes-Evangelium »Am Anfang war das Wort« unterstrich der Pfarrer, dass das »Wort« etwas ganz Wichtiges sei, dass, wer gute Worte zur Verfügung stelle, im Sinne Gottes handle, einen göttlichen Auftrag erfülle. Gleichzeitig betonte er, dass die Vielfalt einer Bücherei dazu beitrage, sich auch mal von anderen etwas sagen zu lassen, nicht nur im eigenen Saft zu schwimmen. Mit den modernen Medien bestehe die Gefahr, dass man sich nur noch mit Gleichgesinnten austausche. Danach sprach der Pfarrer ein Gebet und segnete die neuen Räumlichkeiten.

Im Anschluss hatten die Besucher die Gelegenheit, sich bei einem reichhaltigen, von der Schülerfirma der Mittelschule unter Leitung von Edeltraud Seehuber vorbereiteten Buffet einen Eindruck von der neuen Bücherei zu machen. Für die musikalische Untermalung sorgten die Harfenistinnen Magdalena Karl und Irmingard Posch. Eine Palme zur Begrünung der neuen Räume überreichten die Nachbarn der Bücherei: Eva Gruber von der Tourist-Info und Heinrich Thaler von den Gemeindewerken.

Geöffnet ist die Bücherei zu folgenden Zeiten: am Dienstag von 14 bis 16 Uhr, am Donnerstag von 17 bis 19 Uhr und am Samstag von 9 bis 11.30 Uhr. Am Samstag, 17. Februar, von 8.30 bis 15 Uhr findet ein Tag der offenen Tür statt. he