Ein Mosaikstein zwischen Strub und Engedey

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Der neue Radweg soll am derzeitigen Fußweg beginnen. Von dort aus kann man künftig mit dem Fahrrad zum Stangerriegl gelangen. (Foto: Patrick Vietze)

Bischofswiesen – Ein Radweg ist an der Umgehungsstraße (B 20) am Struber Berg geplant. Das Projekt stellte Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein am Dienstag dem Bischofswieser Gemeinderat vor. Die Strecke beginnt vor der Einfahrt zum Vierradweg und führt durch einen Wald am Struber Berg – aktuell ein Wanderweg – zum Stangerriegl. Darüber hinaus diskutierten die Ratsmitglieder über das Radwegenetz in Bischofswiesen.


Der Bau des Radweges am Struber Berg soll im Oktober beginnen und im Juli 2022 abgeschlossen werden. Die Strecke ist 380 Meter lang und hat eine Mindestbreite von 3,5 Metern. Der derzeitige Wanderweg hat ein Gefälle von 30 Prozent. »Das hätte aber so nicht funktioniert«, sagte Martin Bambach. Daher entschied man, die maximale Längsneigung auf 20 Prozent zu senken.

Der Baudirektor wies darauf hin, dass der Radweg nicht barrierefrei ist. Erst ab einer Steigung von 6 Prozent könne man von Barrierefreiheit sprechen. Für die Installation der Strecke müssen zwei bis drei Bäume entfernt werden. »Es geht nicht anders. Wir müssen einen sicheren Weg mit dem geringsten Eingriff in die Natur schaffen«, sagte er.

Hans Metzenleitner (SPD) freute sich über den geplanten Radweg. »Es ist wunderschön, dass ich manche Dinge noch erleben darf«, sagte er. Eine Verbindung zwischen Engedey und Strub zu schaffen, sei ein Mosaikstein. Der Sozialdemokrat rief in Erinnerung, dass der südliche Landkreis bezüglich der Radwege hinterherhinkt. Dies sei aber auch der geografischen Lage geschuldet. Den Ausbau des Radwegenetzes habe man noch lange nicht beendet, so Metzenleitner.

Thomas Resch (FWG) sagte, dass sich mit dem Radweg ein wichtiger Teil in das Puzzle fügt. Mit dem Eingriff in die Natur gebe es zwar unschöne Einschnitte, »es ist aber ein erforderliches Übel«. Resch forderte ein Umdenken bezüglich der Radwege.

Das Aufkommen der Radfahrer im Talkessel vermehre sich. Dementsprechend müsse man mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen einführen und bei Planungen von den schwächsten Verkehrsteilnehmern ausgehen. Für den Bahnübergang in Winkl müsse man ebenfalls eine Lösung finden. »Den gefährlichen Radweg am Panorama Park gilt es zu entschärfen.«

Martin Bambach informierte, dass die Rechtsverfahren am Bahnübergang Winkl geprüft werden. Geplant ist ein Vor-Ort-Termin, um alle Belange der Betroffenen zu klären. »Wir haben es aber mit sehr vielen Betroffenen zu tun. Es ist nicht leicht umsetzbar. Irgendwann funktioniert es aber«, so Bambach.

Ludwig Hochreiter (CSU) freute sich »elendig« über den Radweg am Struber Berg. Die Strecke kollidiere zwar mit der Natur, »doch es ist das geringere Übel«. Anders sah es Paul Grafwallner (UBB): »Mir gefällt der breite Radweg nicht. Er ist ein erheblicher Eingriff in die Landschaft.« Michael Sturm (Grüne) regte eine allgemeine Beleuchtung der Radwege an, die auch mittels Bewegungsmelder aktiviert werden könnte. Dem widersprach Paul Grafwallner. Er gab zu bedenken, dass man für den Naturschutz auf eine Beleuchtung verzichten muss. Dies sei sogar gesetzlich verankert. »Warum sollte es in der Praxis dann anders aussehen?«, fragte Grafwallner.

Bürgermeister Thomas Weber hat grundsätzlich dieselbe Auffassung. »Wir wollen die Situation nicht verschlechtern.« Die Beleuchtungen seien auch nicht im Außenbereich, sondern für die Querungen vorgesehen. Bernd Moderegger (CSU) sagte, man müsse die Beleuchtung für alle erträglich machen. »Mit modernen Steuerungen der Lampen hätten wir auch die Möglichkeiten.« Patrick Vietze