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Ein Platz zum Beschnüffeln

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Bis jetzt muss Axel Decker-Spychala in den Hellbrunner Schlosspark nach Salzburg fahren, wenn er seine Hunde frei laufen lassen will. Hier gibt es eine Hundewiese. So etwas wünscht sich der Tierschutzvereinsvorsitzende auch für Berchtesgaden. (Foto: privat)

Hundehalter haben es im südlichen Landkreis nicht leicht: Nirgendwo gibt es eine Wiese, auf der sie ihre Lieblinge frei laufen lassen können, ohne dass sich ein Bauer oder ein Jäger aufregen.


Auch Urlaubsgäste missfällt diese Situation, wie der Vorsitzende des Tierschutzvereins Berchtesgaden Axel Decker-Spychala dem »Berchtesgadener Anzeiger« erzählt. Darum wünschen sich die Tierschützer eine eigene Hundewiese, in einer der fünf Talkesselgemeinden. Es mangelt schlicht an passenden Flächen.

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Im vergangenen Oktober hat sich Decker-Spychala mit seiner Bitte zum ersten Mal an Marktbürgermeister Franz Rasp gewandt. Dieser sei der Idee durchaus zugetan gewesen und habe Decker-Spychala um Vorschläge gebeten, die auch prompt folgten: »Zum Einen war eine Wiese in der Unterau, vor der Schreinerei auf der rechten Straßenseite, im Gespräch. Zum anderen eine Wiese hinter der Enzianbrennerei.« Nur gab es ein Problem: Beide Flächen sollen früher oder später bebaut werden. Also geht die Suche weiter.

Der Vereinsvorsitzende selbst muss mit seinen Hunden – er hat insgesamt sechs – 30 Minuten nach Salzburg fahren, in den Schlosspark von Hellbrunn. Dort gibt es eine Fläche extra für Hunde. Aber warum ist so etwas denn nötig? »Für die Sozialkontakte des Hundes. Dort können sie andere Tiere treffen, sich beschnüffeln und frei, ohne Leine, herumrennen. Und die Seele baumeln lassen«, lacht Axel Decker-Spychala. Natürlich gebe es Regeln und Hinweisschilder. Die Tiere müssen versichert sein, es gibt Hundekotbeutel-Spender und Mülleimer, die Herrchen müssen die Hinterlassenschaften schließlich wegmachen. So wäre es auch bei einer Wiese in Berchtesgaden.

Dieses Angebot wünschen sich laut dem Berchtesgadener auch Urlaubsgäste. »Es waren schon manche mit ihren Hunden bei Tierarzt Manfred Weindl und haben sich über den Missstand beschwert. Einer hat auch schon gesagt: Nie wieder Berchtesgaden.« Hier macht der Vorsitzende auf einen Werbeeffekt aufmerksam: »Wenn es eine Wiese gäbe, könnte die Gemeinde das auf die Homepage schreiben und wäre so attraktiver für Hundebesitzer.« Auch die Bauern würden profitieren, weil dann die Tiere nicht mehr auf ihren Flächen herumlaufen müssten.

Sollte die Gemeinde eine passende Fläche haben, so würde sich der Tierschutzverein auch am Kauf und dem Unterhalt beteiligen, versicherte Decker-Spychala. »Das Mähen würden wir zum Beispiel übernehmen.« Aber bis es soweit ist, heißt es Augen offen halten. Sollte jemand eine passende Grünfläche wissen, kann er sich beim Tierschutzverein Berchtesgaden unter der Telefonnummer 08652/977732 melden. Annabelle Voss

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