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Ein Rocker-Leben neben The Clash: »Joe Strummer 001«

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Joe Strummer
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Joe Strummer hat mit The Clash Musikgeschichte geschrieben. Foto: Anton Corbijn Foto: dpa

Mit The Clash revolutionierte Joe Strummer in den 70er und 80er Jahren die Rockmusik. Jetzt beleuchtet eine neue Zusammenstellung sein Werk neben und außerhalb der längst legendären Zeit mit den Punk-Pionieren.


Berlin (dpa) - Fast 16 Jahre ist es schon her, dass einer der wichtigsten Rockmusiker aller Zeiten völlig unerwartet mit gerade mal 50 starb: Joe Strummer. Jetzt würdigt eine feine Kompilation den Punk-Pionier mit fast drei Dutzend Tracks außerhalb seines bahnbrechenden Schaffens bei The Clash zwischen 1976 und 1986.

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»Joe Strummer 001« (Ignition/Indigo) ist das Album etwas rätselhaft betitelt (das kann aber auch bedeuten, dass da noch 002 und 003 unterwegs sind). Einen der üblichen Jubiläums-, Todes- oder Gedenktage als Anlass für diese Veröffentlichung in diversen Formaten gibt es nicht, aber hochwillkommen ist sie natürlich - nicht nur für beinharte Strummer- und Clash-Fans.

Denn die 32 Stücke - vom frühen Solo-Demo »Letsagetabitarockin« (1975) bis zu späten Aufnahmen wie »London Is Burning« (2002) - decken die enorme Vielseitigkeit dieses Sängers, Gitarristen und Aktivisten ab. Punk, Rock, Folk, Reggae, Blues, Country, Rockabilly, World Music und Jazz - ähnlich wie auf dem wichtigsten Clash-Werk »London Calling« (1979): Der Musikgeschmack von Joe Strummer war sehr variabel, sein Werk im besten Sinne ein Kessel Buntes.

Songs aus dem Film »Sid & Nancy«, obskure Stücke mit seinen Clash-Mitstreitern Mick Jones und Paul Simonon jenseits eines Band-Zusammenhangs, Aufnahmen mit den Strummer-Bands The 101ers und The Mescaleros, Kooperationen mit Johnny Cash (»Redemption Song«) und Jimmy Cliff (»Over The Border«), Raritäten, Unveröffentlichtes - die Kompilation kann aus dem Vollen schöpfen.

Denn der im Dezember 2002 an einer bis dahin unerkannten Herzschwäche gestorbene Musiker war ein fleißiger Sammler seiner eigenen Arbeit, mit zahllosen Schriften und Bändern, die er zuhause lagerte. Angeblich gibt es rund 20.000 Stücke im Strummer-Archiv, die Zusammenstellung von »001« wurde von seiner Witwe Luce kuratiert.

So ergibt sich ein beeindruckender Rückblick auf die weniger bekannte Seite dieser Musikerkarriere. Und wenn Strummer kurz vor dem traurigen Ende seines viel zu kurzen Lebens (und am Schluss von Teil 1 dieser Kompilation) in »Silver & Gold« singt: »I got to hurry up, before I grow too old« - ja, dann schnürt es dem Hörer unweigerlich die Kehle zu.

»Joe Strummer 001« ist digital erschienen, außerdem als Vierfach-Vinyl, Doppel-CD, Limited Edition Deluxe Doppel-CD mit Buch und schließlich als Limited Edition Deluxe Boxset (vier Vinyl-LPs, Single, Cassette, Buch und allerlei Kleinkram). Zum Wiederentdecken einer Rock-Legende bestens geeignet.

The Joe Strummer Foundation