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»Ein Saustall hoch drei« – Klage nach Umweltaktion im Gemeinderat

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Petting: »Ein Saustall hoch drei« bei Umweltaktion des Burschenvereins am Heidewanderung-Parkplatz gefunden
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Hier haben sich die Besucher wenigsten bemüht, ihren Müll in den Abfallbehälter zu werfen, auch wenn Glasflaschen dort eigentlich nicht hingehören. (Foto: Höfer)

Petting – Es war nicht die erste Klage und es wird nicht die letzte bleiben. Diesmal war es Elvira Kraller, die im Gemeinderat von einer Umweltaktion des Burschenvereins berichtete, bei der auch ihr Sohn mit dabei gewesen war. Was die jungen Leute unter anderem am großen Parkplatz der Heidewanderung vorgefunden hatten, sei »ein Saustall hoch drei« gewesen.


Dort am Parkplatz und in den angrenzenden Wäldern liege »alles, was man sich nur vorstellen kann. Wie können wir dagegen einwirken?«, fragte Kraller und brachte eine Tafel ins Spiel. »Ein Schild hilft gar nichts«, ist Bürgermeister Karl Lanzinger überzeugt, »denn es weiß doch eh jeder.« Franz Vordermayer gab zu bedenken, dass dort eigentlich der Forstbetrieb zuständig sei. Das Thema Müll wird die Gemeinde dennoch weiter beschäftigen.

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Thema in der Sitzung war auch der Datenschutz. »Die Anforderungen werden größer«, erklärte Lanzinger. Nun gibt es die Anregung für Landratsamt und Kreisgemeinden, einen gemeinsamen Datenschutzbeauftragten zu installieren. Der Gemeinde lag dazu der Entwurf einer Zweckvereinbarung vor, die vorsieht, dass jede Gemeinde einerseits eine Pauschale bezahlt, eine zweite Hälfte nach der Einwohnerzahl erhoben wird. Für Petting bedeutete dies etwa 2800 Euro im Jahr. »Da können wir wohl nicht aus«, meinte Andreas Götzinger, während Philipp Strohmeyer lobte: »Sinnvoll, besser geht’s nicht.« Darin waren sich alle Gemeinderäte einig.

Bund und Länder haben sich verpflichtet, all ihre Bürgerleistungen bis zum 22. September 2023 auch digital anzubieten. »Die Gemeinden lockt man jetzt mit Geld«, erklärte Geschäftsleiter Reinhard Melz das Angebot eines 80-prozentigen Zuschusses. Für Petting bedeutete dies eine Summe von 11.031 Euro sowie monatliche Kosten von 244 Euro – pro Jahr also knapp 3000 Euro. Melz verlas eine lange Liste an möglichen digitalen Leistungen der Verwaltung.

Doch der Geschäftsleiter gestand: »Mir persönlich geht das ein bisschen zu schnell. Ich würde mir dabei etwas Zeit lassen.« Man müsse nicht bei den ersten sein, denn Zuschüsse gebe es auch noch zu einem späteren Zeitpunkt.

Allerdings ist Melz überzeugt, dass eine solche digitale Abwicklung von Behördenvorgängen »Standard« werden wird, weshalb es nicht irgendwann heißen dürfe: »Überall haben sie es, nur in Petting nicht.« Bei diesem Thema fragte Götzinger an, ob man im Gemeinderat nicht »in Richtung digital« gehen solle. Das sei überhaupt kein Problem, erwiderte Melz, »das könnte ich selber programmieren. Doch ob das alle wollen?« Lanzinger schloss das Themenfeld: »Wir gehen grundsätzlich das digitale Rathaus an, warten aber erstmal noch ab.« Damit zeigten sich alle einverstanden. höf