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Ein Snowboard-Weltcup ist angesagt

Berchtesgaden - Am Götschen fanden im Jahr 1999 die dritten viel beachteten FIS-Snowboard-Weltmeisterschaften statt. Damals dachten die Veranstalter, dass Weltcups in Snowboard und Ski alpin zu einer festen Einrichtung im Veranstaltungskalender des Internationalen Skiverbandes (FIS) würden. Doch seit 2004 gab es keinen Weltcup im Snowboard und schon seit 2002 keine alpinen Weltcuprennen am Götschen mehr. Grund dafür waren unter anderen fehlende finanzielle Ressourcen. Bundestrainer Andreas Scheid findet die Zeit reif, wieder an einen Weltcup Snowboard am Götschen zu denken, zumal die Olympischen Spiele im nächsten Winter in Sochi ausgetragen werden. Der Bundestrainer hielt Rück- und Vorschau, den Snowboard-Sport sieht Scheid dabei stark im Aufwind inbegriffen.

Der Cheftrainer der deutschen Snowboarder, Andreas Scheid, freut sich über das neue Trainingsgelände, das am Krautkaser entsteht. Ein ganz besonderer Wunsch wären wieder Weltcupveranstaltungen am Götschen, wo sie einmal große Tradition hatten. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Wie sieht ein Rückblick auf die letzte Snowboard-Saison aus?

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Andreas Scheid: Wir hatten eine insgesamt sehr gute Saison. Vor allem glänzten unsere Damen mit den drei Medaillen bei den Weltmeisterschaften in Kanada. Mit einer Gold- (Isabella Laböck/VSC Klingenthal) und zwei Bronzemedaillen (Amelie Kober/SC Miesbach). Das war seit der ersten Weltmeisterschaft 1993 das mit Abstand beste Ergebnis. Auch sieben Startplätze im Weltcup hatten wir bisher noch nicht. Etwas hinter seinen Möglichkeiten ist nur Patrick Bussler geblieben.

Woran lag‘s?

Scheid: Wenn man das immer wüsste, wäre es leicht. Bussler hat das Material gewechselt und war sehr gut in Schuss. Nur ins Fahren ist er nie richtig gekommen. Unsere Burschen waren jedoch insgesamt immer nah an guten Platzierungen dran, zur Spitze hat es jedoch nicht ganz gereicht. Stefan Baumeister ist aber immerhin Junioren-Weltmeister geworden. Um in den K.-o.-Rennen nach vorne zu kommen, müssen die Aktiven zunächst durch die Qualifikation und dann noch zehnmal in den Duellen Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau bestehen. Das erfordert eine hohe mentale Stärke und ein sehr gesundes Selbstbewusstsein.

Vom Stützpunkt Berchtesgaden machen drei Nachwuchsläuferinnen Freude. Wie sieht man das im Verband?

Scheid: Von Ramona Hofmeister, Melanie Hochreiter und Carolin Langenhorst vom WSV Bischofswiesen dürfen wir noch sehr viel erwarten. Aber auch Barbara Müller vom WSV Königssee verbessert sich ständig.

Und wie sieht es bei den Buben aus?

Scheid: Da tut sich hier am Stützpunkt auch einiges. Stützpunkttrainer Christian Veit baut eine schlagkräftige Nachwuchsmannschaft auf, die zu großen Hoffnungen Anlass gibt.

Es sind noch mehrere Disziplinen zu den Olympischen Spielen hinzugekommen.

Scheid: Wir sprechen von den neuen Skisportarten wie Skicross, Buckelpiste, Slopestyle, Halfpipe und beim Snowboard von Parallel-Slalom- und Riesenslalom, Cross, Halfpipe und Slopestyle. Es bildet sich derzeit eine neue Sportkultur.

Bald gibt es ja mit dem Krautkaser am Jenner und dem Götschen zwei große Trainings- und Wettkampfzentren. Denkt man daran, wieder einmal einen Weltcup durchzuführen?

Scheid: Zunächst einmal werden beide Areale ihre Berechtigung haben. Wir können froh sein, ab der nächsten Saison zwei solch geeignete Skistützpunkte zu haben. Natürlich sollte man daran denken, wieder einmal einen Weltcup zu veranstalten. Nach den jüngsten Erfolgen ist das Medien- und Sponsoreninteresse direkt spürbar. Für einen Präsentationsplatz unserer jetzigen und künftigen Sponsoren braucht man einen deutschen Veranstalter.

Seid Ihr mit Euerer medialen Präsentation beim Snowboard ganz allgemein zufrieden?

Scheid: Es wird immer besser, ich denke mit den Olympischen Spielen in Sochi nimmt es noch mehr zu.

Da wäre ein Weltcup am Götschen doch nicht schlecht.

Scheid: Das wäre kurz vor Sochi oder gleich danach natürlich ganz etwas Besonderes und für unseren Sport sehr wichtig. Wir sind nämlich jetzt auch viel besser aufgestellt als vor vier Jahren und damit auch für das Fernsehen und Sponsoren interessanter. Christian Wechslinger