Ein Sonntags-Konzert mit dem Freitags-Trio

Berchtesgaden - Das »Frühlingserwachen« hat der Kulturkreis Berchtesgaden ausgerufen und zu einem Konzertabend ins »Schönhäusl« geladen. Das »Trio Venerdi« (Freitags-Trio) schlug bei diesem Sonntags-Konzert einen weiten Bogen von alpenländischer Musik bis hin zum festlichen Barock und durfte sich dabei über ein ausverkauftes Haus freuen.

Das »Trio Venerdi« zeichnete mit einem Konzertabend verantwortlich für das »Frühlingserwachen« beim Kulturkreis Berchtesgaden (v.l.): Ingeborg Weber, Roswitha Breinlinger und Gerda Wieneroither-Winkler. Foto: Anzeiger/Jander

Für den Kulturkreis Berchtesgaden begrüßte Angela Staroste die vielen Zuhörer und freute sich sehr über die voll besetzten Stuhlreihen. Kurz stellte sich auch die Protagonistinnen des Konzertabends vor. Die drei Salzburger Profi-Musikerinnen Gerda Wieneroither-Winkler (Flöte), Roswitha Breinlinger (Oboe) und Ingeborg Weber (Harfe) bilden das »Trio Venerdi« - das seinen Namen übrigens daher hat, weil immer freitags gemeinsam geprobt wird.

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Gerda Wieneroither-Winkler studierte Instrumentalpädagogik am Mozarteum Salzburg, die passionierte Flötistin unterrichtet mittlerweile selbst am Musikum Salzburg. Roswitha Breinlinger studierte ebenfalls Instrumentalpädagogik sowie Oboe im Konzertfachstudium in Linz an der Anton Bruckner-Privatuniversität; seit 2008 unterrichtet sie Oboe am Musi-kum Salzburg. Ingeborg Weber studierte Instrumentalpädagogik und Konzertharfe am Mozarteum, sie unterrichtet seit vielen Jahren Harfe und Hackbrett an der Musikschule Berchtesgaden.

Zum Auftakt des Programms spielte das Trio die Sonata F-Dur des italienischen Oboisten und Komponisten Giuseppe Sammartini (1695 bis 1750). Mehrfach kamen zudem Werke von Tobi Reiser (1907 bis 1974) zum Zug. Der Erfinder der Stubenmusik und Begründer des Salzburger Adventsingens hat zu seinen Lebzeiten große Verdienste um die alpenländische Musik errungen; das Trio Venerdi würdigte ihn unter anderem mit der Polka »Auf der Vogelweide« und dem Boarischen »Am Schiaßstand«.

Im weiteren Programmverlauf folgten Werke von Georg Friedrich Händel (Sonate F-Dur HWV 405), Johann Sebastian Bach (Sinfonia aus BWV 156), Johann Joachim Quantz (Triosonate C-Dur), Domenico Cimarosa (Siciliana für Oboe und Basso continuo) sowie Giovanni Gastoldi (4 Balletti: Il tedesco - La cortigiana - L'humorista - Il curioso).

Als sehr gut zueinander passend erwies sich die Instrumenten-Zusammenstellung, die volltönende Harfe, der »leichte« Klang der Blockflöte und die etwas eigentümliche, aber weiche Klangfarbe der Oboe harmonieren sehr gut miteinander und sorgten für ein sehr angenehmes Hörerlebnis. Auch die Breite der Musikauswahl und das virtuose Spiel der drei Protagonistinnen ließen einen vielschichtigen Konzertabend entstehen, den die Zuhörer mit großem Applaus belohnten. Abgerundet wurde das Programm durch verbindende Gedanken und Gedichte, die Gerda Wieneroither-Winkler und Ingeborg Weber zum Thema Frühling vortrugen.

Zwei weitere Tobi-Reiser-Stücke, darunter der Auskehrer-Walzer, setzten den Schlusspunkt hinter einen mehr als nur gelungenen Konzertabend, den die Mitglieder und Freunde des Berchtesgadener Kulturkreises noch gemeinsam bei einem Glas Wein ausklingen ließen. Thomas Jander