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Ein stiller Held des Ehrenamts ist tot

Inzell. Bis ins hohe Alter war er ehrenamtlich stark engagiert: Max Pohl aus Inzell. Kurz vor seinem 89. Geburtstag verstarb der Träger der Bürgermedaille und der Ehrenamtsmedaille der Gemeinde Inzell nun im Krankenhaus.

Max Pohl, engagierte sich bis zuletzt. Er starb wenige Tage vor seinem 89. Geburtstag. (Foto: Mergenthal)

Pohl war von 1966 an 24 Jahre lang Gemeinderat und Vorsitzender der Fraktion »Aufbau und Fortschritt«. Zwölf Jahre lang war er von 1972 an Dritter Bürgermeister. Dem Hauptverwaltungsausschuss gehörte er von 1972 bis 1990 an und dem Finanzausschuss von 1978 bis 1990. Der Trauergottesdienst mit Beerdigung ist am morgigen Freitag um 13 Uhr in Inzell-Niederachen.

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Der Niederschlesier kam 1946 nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft in Dachau durch eine Fügung nach Inzell: Sein letzter Spieß war der Bruder seiner späteren Frau Berta, deren Familie dort seit 1941 lebte. Max verliebte sich sofort in Berta, die einer tragisch verstorbenen Jugendfreundin in der verlorenen Heimat ähnelte. 1948 heiratete das Paar und feierte im April 2008 »Diamantene Hochzeit«. Die ersten Ehejahre verbrachten die Eltern zweier Söhne in Waldtrudering bei München. 1960 bauten sie in Inzell. Handelsschul-Absolvent Pohl arbeitete zunächst im Winterdienst der Gemeinde und war dann bei Fritz Gastager Geschäftsführer.

Neben seinen kommunalen Ehrenämtern war Max Pohl lange Kassier beim VdK und im »Bund der Alten«. In seiner Laudatio bei der Verleihung der Bürgermedaille 1989 hatte der damalige Bürgermeister Ludwig Schwabl ihn wie die Mitgeehrten Andreas Kamml und Alfred Maier ein »Vorbild hinsichtlich Kollegialität, Verantwortungsbewusstsein und Entscheidungsfreude« genannt sowie seinen Idealismus, Mut und Gemeinsinn hervorgehoben.

Als kommunaler Verantwortungsträger musste Pohl auch Anfeindungen aushalten, wurden doch damals viele Weichen für den heute erfolgreichen Sport- und Tourismusort gestellt, wie der Kauf von 100 000 Quadratmetern im Außerfeld zum Bau von Hotels.

In seinen letzten Lebensjahren engagierte sich der Träger der Bürgermedaille noch im Förderverein des Chiemgau-Stifts, das zunächst seiner Frau und später ihm zur neuen Heimat wurde. Bis zu ihrem Tod im Dezember 2009 hat er seine Gattin liebevoll umsorgt.

Max Pohl war ein zuvorkommender, liebenswerter, geselliger und humorvoller Mensch, den Zurückhaltung und Bescheidenheit auszeichneten. Er hatte stets das Wohl seiner Mitmenschen im Auge. vm