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Ein stimmiges Klangbild voller Klarheit und Schönheit

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Chorleiter Roland Büchner (Mitte) verstand es beim Konzert in der Traunsteiner Stadtpfarrkirche hervorragend, aus den Kehlen seiner Sänger ein stimmiges und berührendes Klangbild zu formen. (Foto: B. Heigl)

Ruhe und Geräusch schließen sich üblicherweise ja aus. Nicht so bei dem Konzert der Regensburger Domspatzen, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Musiksommer zwischen Inn und Salzach« in der bis auf den letzten Platz gefüllten Traunsteiner Stadtpfarrkirche St. Oswald ein Konzert gaben.


Das Klangbild, das Chorleiter Roland Büchner mit den kleinen und großen Sängern während des Konzerts formte, war von einer beruhigenden Klarheit und einer Schönheit, der Eitelkeit fremd war. Ganz still wurde es beim Lauschen auf die schönen Stimmen in einem selbst. Da wurden die Worte, die Stadtpfarrer Georg Lindl zu Beginn an das Publikum richtete, nachvollziehbar. Er, der in Regensburg aufgewachsen ist, sei geprägt von der Musik des Komponisten Palestrina, die er in dieser Zeit so oft von den Domspatzen gehört habe. Er wünschte den Zuhörern, dass sich für sie genauso der Himmel öffnen würde, wie für ihn damals.

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Aber nicht nur die Musik Palestrinas, sondern auch Musik von modernen Komponisten wie Enjott Schneider (Jahrgang 1950) – der erst vor kurzem das Traunsteiner Publikum bei einem Konzert, in dem seine Werke gespielt wurden, mit seiner Anwesenheit erfreute – begeisterte die Zuhörer.

Die etwa zehn Minuten dauernde, wunderbar gesungene Kantate »Sie ist mir lieb, die werte Magd« stammte aus seiner Feder. Die natürliche, aber klare Aussprache der jungen Sänger formte das Stück zu einem Juwel. Max Eham (1915 bis 2008) Jozef Swider, (1930 bis 2014) Franz Schieri (1922 bis 2009) und drei weitere »Moderne«, deren mystisch-spirituelle Kompositionen in den Kirchenraum aufstiegen, vertieften die meditative Stimmung. Das Sopransolo von einem namentlich nicht genannten Buben aus Schieris »Horch auf, o Himmel« verstärkte die Faszination, die gut ausgebildete Knabenstimmen in einem auslösen. Namentlich erwähnt waren aber Simon Rager und Christoph Preiß, die auf der Orgel »Präludium und Fuge in c« von Johann Sebastian Bach und das »Präludium in D-Dur« von Dietrich Buxtehude spielten und mit ihrer reifen Darbietung erfreuten. Mit der Zugabe »Denn er hat seinen Engeln« von Felix Mendelssohn Bartholdy verabschiedeten sich die jungen Sänger und ihr Chorleiter auf rührende Weise. Das Gefühl der tiefen Stille konnte man noch lange nach dem Konzert in sich spüren. Barbara Heigl

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