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Ein total verrücktes Paar

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Mark Nicholas (l.) als Ozzy Osbourne und Simon Elmor als Joe Cocker. (Foto: Heel)

Ein wahres Feuerwerk mit viel Musik, tollen Parodien, witzigen Slapstick-Einlagen und Gags am laufenden Band entzündeten die Komödianten Mark und Simon bei ihrem inzwischen vierzehnten Auftritt in der ausverkauften Traunsteiner Kulturfabrik NUTS. Was jetzt nicht heißt, dass alles nur Spaß und Gaudi war.


So brachten sie zwischendurch mit Songs wie »Feelin' groovy« oder »Bad Moon rising« auch lupenreine Konzertatmosphäre auf die Bühne und erwiesen sich dabei als beachtliche Sänger und versierte Gitarristen. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sie beide als Straßenmusiker unterwegs waren, ehe sie sich Ende der 70er Jahre in München getroffen haben. Seitdem arbeiten sie, der aus Wales stammende Mark Nicholas und der in Dublin geborene Simon Elmor, höchst erfolgreich zusammen, verbunden mit einer tiefen Vorliebe für die Musik der Sixties, wie Simon anhand eines Schilds mit 6 aufgemalten »T«s gleich zu Beginn kundgab.

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Nur logisch also, dass Parodien berühmter Rock- und Popgrößen jener Epoche im Mittelpunkt ihrer so rasanten wie abwechslungsreichen Show standen. Einfach zum Schieflachen, wie herrlich überzogen und dennoch absolut stimmig sie in deren Rollen schlüpften und gekonnt Posen und (Bühnen-)Gehabe imitierten.

Wie sie angetan mit plakativen Verkleidungen, haarsträubenden Perücken und Riesengebiss die zwei Superstars der Stones karikierten, Mark den schläfrigen, supercoolen Keith Richards gab, während Simon aufgedreht und wild umherhampelnd den echten Mick Jagger fast übertraf. Oder Simon sich als Jim Beam trinkender Joe Cocker aufspielte und »With a little Help from my Friends« röhrte, begleitet von Mark als skandalträchtiger »Madman« Ozzy Osbourne. Und geradezu irrwitzig auch Marks Gesangsnummer, bei der er sich nicht zwischen Grönemeyers »Mensch«, »In the Ghetto« und »New York, New York« entscheiden konnte.

Unglaublich auch das Tempo, das die zwei dabei anschlugen und mit welcher Leichtigkeit sie nebenbei die verrücktesten Dinge anstellten, etwa einem Luftballon eine Melodie zu entlocken. Harmlose Witzeleien wie die Information, dass die angeschlagene Post demnächst mit der Telekom zu »KomPost« fusionieren würde oder ein Telefongespräch mit Lothar Matthäus, der im Krankenhaus eben der Geburt seiner zukünftigen Ehefrau beiwohnt, brachten das große »Kaba-Reh« der zwei Erzkomödianten, bei dem sie auch noch »acapulko – ein Lied ohne Stimmung«, »Hendl im Wind« oder »Don' marry – be happy« anstimmten, zusätzlich in Fahrt. Wie bei einem solchen Programm nicht anders zu erwarten, wurde auch das Publikum fleißig mit einbezogen, (ich bzw. der mir von Simon auf die Stirn gedrückte Plastikvogel könnten ein Lied davon singen), was das Vergnügen allseits komplettierte und für einen rundum gelungenen Abend sorgte. Wolfgang Schweiger

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