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Ein Wunschkonzert zu Weihnachten

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Er weiß, wie man das Publikum in besonderer Weise in eine Musikshow einbindet: Tom Gaebel und sein Orchester ernteten beim Konzert in Traunreut »Standing Ovations«. (Foto: Heel)

Einen höchst vergnüglichen Abend bescherten der Sänger Tom Gaebel und sein achtköpfiges Orchester mit ihrer Show »A swinging Christmas« den Zuschauern im Saal des Traunreuter k1.


Das lag auch daran, dass die Show zugleich ein Wunschkonzert war, an dem sich das Publikum anhand der ausgelegten Wunschkarten beteiligen konnte. Dass dann so manche Stücke mit Weihnachten eher wenig zu tun hatten, wie etwa »Highway To Hell«, das immerhin angespielt wurde, erhöhte nur das Vergnügen. Zumal Tom Gaebel nicht nur als Sänger und Bandleader, sondern auch als Entertainer brillierte, der es perfekt verstand, die Zuschauer mit einzubeziehen.

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Ein Profi im besten Sinne also, der bereits auf eine lange, ungemein erfolgreiche Karriere zurückblicken kann: 1975 in Gelsenkirchen geboren, studierte er Musik mit dem Hauptfach Jazzgesang, wobei er schon während des Studiums u. a. auf dem Montreux Jazz Festival auftrat. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er durch sein 2004 gestartetes Projekt »Tom Gaebel & Band spielen Frank Sinatra« bekannt, zahlreiche TV-Auftritte erhöhten seine Popularität. Für seine Alben erhielt er seit 2006 fünfmal Gold im German Jazz Award.

Nur logisch also, dass er mit dem Klassiker »Strangers In The Night« seinem großen Vorbild, das am 12. Dezember 101 Jahre als geworden wäre, die Ehre erwies. Dass er auch noch »My Way« sang, verdankte das Publikum einer gewissen Gabriela aus Prag, die sich für ihren Vater, der an diesem Tag Geburtstag hatte, diesen Titel gewünscht hatte. Natürlich bat Tom Gaebel den zunächst etwas verdatterten Mann auf die Bühne, der dann, gerührt und den Tränen nahe, dieses ungewöhnliche Geburtstagsständchen entgegennahm. Auf die Bühne holte der Entertainer aber auch die kleine Marie, die sich gewünscht hatte, nur ein bisschen Klavier spielen zu dürfen. Was sie dann auch mit Bravour tat.

Doch zurück zu Weihnachten, zum beschwingten Sound von Songs wie »Santa Claus Is Coming To Town« oder »Rudolph The Rednosed Reindeer«, mit denen Tom Gaebel das Publikum so charmant wie elegant auf das Weihnachtsfest einstimmte. Eine (Vor)Freude, die verstärkt wurde durch den Auftritt des Unterstufenchors des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums, der Tom Gaebel beim Song »A Jolly Winter Walk« stimmungsvoll begleitete. Dass der Sänger und Entertainer aber auch selbst tolle Lieder schreiben (und grandios interpretieren) kann, bewies er zwischendurch mit »The Cat« und »Mad Man«, zweier Titel aus seinem Album »So Good To Be Me«. Zwei furiose, quasi Cinemascope-taugliche Popsongs, wie geschaffen als Titelmelodien für einen James-Bond-Film.

Und weil Weihnachten immer auch gut für eine Überraschung ist, zum Staunen gab es an diesem Abend auch etwas: Da benutzte der Entertainer zur Wiedergabe der Titelmelodie aus der TV-Serie »Captain Future« das Theremin, ein um 1920 erfundenes, elektronisches Musikinstrument, das durch den Abstand beider Hände zu zwei Antennen berührungsfrei gespielt wird, wobei eine Hand die Tonhöhe, die andere die Lautstärke verändert. Natürlich gelang Tom Gaebel auch das hervorragend, auch wenn sich das Ganze entsprechend ungewohnt respektive futuristisch anhörte.

Kein Wunder also, dass er nach einigen abschließenden Weihnachtsliedern wie »White Christmas« mit »Standing Ovations« verabschiedet wurde. Wolfgang Schweiger