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»ensemble Amphion« zelebrierte im k1-Studiotheater in Traunreut Mozart und Schostakowitsch

Einblick in das Seelenleben klassischer Musik

Großes Gefallen fand ein ausgewähltes Publikum im gut besuchten Traunreuter k1-Studio an dem klassischen Konzert des »ensembles Amphion«.

Unser Bild zeigt das »ensemble Amphion« mit Judith Krins (Violine), Felicia Graf (Violine), Alexander Krins (Viola) und Simon Nagl (Violoncello). (Foto: Benekam)

Beim ersten Konzert einer Konzertreihe anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Ensembles standen die Streichquartette von Mozart und Schostakowitsch auf dem Programm. Eingangs erklärte Alexander Krins sehr anschaulich und gut verständlich Hintergründe zu den gespielten Werken der Weltklassekomponisten, wodurch der Genuss der klassischen Musik nur verstärkt wurde. Das »ensemble Amphion« mit Judith Krins (Violine), Felicia Graf (Violine), Alexander Krins (Viola) und Simon Nagl (Violoncello) besticht mit klassischer Musik auf höchstem Niveau und zieht das Publikum in seinen Bann.

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Mit Mozarts Streichquartett D-Dur KV 499, welches im Jahr 1786 entstanden ist, bekam man, so Krins, eines der besten Werke seines Schaffens zu hören. Anders als sonst in Mozarts Werken ging es hier inhaltlich nicht um eine ganze Fülle von Themen, sondern nur um einen »Gedanken«, um dessen Mittelpunkt im musikalischen Verlauf viele andere Gedanken kreisen; kurzweilig, tiefgründig und zum Dahinschmelzen schön.

Igor Strawinskys Elegie für Viola (Alexander Krins) lieferte im Anschluss eher schwerere Kost. In dem im Jahr 1944 entstandenen Auftragswerk kommt der Ernst dieser Zeit voll zum Tragen. Sehr anspruchsvoll für den Solisten, gleichsam für den Zuhörer, ist die Tonschönheit in Strawinskis Musik eher nebensächlich.

Dem einleitenden Trauergesang folgt eine langsame Fuge, die wiederum in eine Variation des Trauergesangs einmündet. Die solcherart »gedämpfte« Stimmung wird dadurch unterstrichen, dass die Viola das ganze Stück hindurch mit Dämpfer gespielt wird. Nach der Pause ging es wiederum russisch mit Dmitri Schostakowitschs Streichquartett Nr. 8 op 110 weiter, welches heute zu den am meisten gespielten Streichquartetten überhaupt gehört. Es entstand 1960 während eines Aufenthalts im noch kriegszerstörten Dresden in Gedenken an die Opfer des Faschismus. Ein düster-komplexes Werk, durchzogen von einem skurril grotesken Walzerthema, das sich im Verlauf in aggressiv beängstigende Rhythmen wandelt. Letzter Programmpunkt des hoch anspruchsvollen Abends war schließlich Franz Schuberts Quartettsatz c-Moll, welcher das letzte Werk seines Schaffens einleitete. Er hatte damit der Musikwelt auf seine ganz eigene Art noch etwas zu sagen. Bis heute findet sein letztes Werk Gehör und großen Anklang, so auch bei dem hoch konzentrierten und voll zufriedenem Publikum im K1-Saal, welchem nach kräftigem Applaus ein weiteres Schubert-Werk, das Menuett in d-Moll, als Zugabe geboten wurde. Kirsten Benekam