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Eine Einladung zum Träumen

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Martin Fösel und Kerstin Grotrian mit »Lippen schweigen« aus »Die Lustige Witwe«. (Foto: Heel)

Die Operette war und ist Parodie und Burleske, Volksstück und Rührstück, großes Spektakel und Kammerspiel, nostalgisch und modern. Oft tot gesagt und wieder zu neuem Leben erweckt, begeistert sie nach wie vor das Publikum und wird von Dirigenten, Sängern und Regisseuren immer wieder neu entdeckt. Denn die Operette erzählt von Gefühlen, mit denen wir uns alle identifizieren können: Von Liebe und Leid, von Hingabe, Bewunderung und Sehnsucht.


Entsprechend erfreut zeigten sich die Zuschauer im Saal des Traunreuter k1, wo das Operetten-Theater Salzburg unter dem Titel »Die ganze Welt sollst du mir sein« einige der schönsten und bekanntesten Melodien der großen Meister der Operette präsentiert hat. Begleitet vom Orchester, Chor und Ballett der Staatsoper Rousse, glänzten dabei sechs Solisten, die nicht nur stimmlich allen Herausforderungen gewachsen waren, sondern die einzelnen Arien und Duette auch temperamentvoll mit Leben füllten. Angespielte Szenen brachten dabei zusätzlichen Schwung auf die Bühne und sorgten für authentisches Operetten-Flair.

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So konnte man nach der Ouvertüre zu »Boccaccio« (Franz von Suppé) zwei Stunden lang Ausschnitte aus Werken von Carl Zeller, Carl Millöcker, Johann Strauß und Franz Léhar genießen, wobei sich der Bogen von gefühlvollen Melodien bis hin zu rasant-feurigen Rhythmen spannte, perfekt arrangiert und mitreißend dargeboten. Gab es ein Wiederhören so bekannter Lieder wie »Schenkt man sich Rosen in Tirol« aus Zellers »Vogelhändler«, »So elend und so treu« (»Der Zigeunerbaron«) und »Wünsch guten Morgen« (»Wiener Blut«), beides von Johann Strauß, »Dein ist mein ganzes Herz« (»Das Land des Lächelns«) und »Es steht ein Soldat am Wolgastrand« (»Der Zarewitsch«), beides von Lehar, wobei beim »Zarewitsch« auch sechs Ballett-Tänzer/innen zum Einsatz kamen, die mit dem »Kosakentanz« sowie »Russischen Impressionen« die Show schmückten.

Charmant moderiert wurde die Gala von Stefan Fleischhacker, der nebenbei so manche Anekdote über die Komponisten zum Besten gab und mit launigen Worten den Inhalt so mancher Operette zusammenfasste. Kurzum, ein reines Vergnügen, das zum Träumen einlud und einfach nur Freude bereitete. Wolfgang Schweiger

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