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Eine Frage des Standorts

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Bleibt die Mittelschule in Berchtesgaden oder müssen künftig die Schüler nach Bischofswiesen fahren? Die Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Wie geht es mit der Mittelschule in Berchtesgaden weiter? Bislang ist über deren Zukunft nicht entschieden. Die erste Variante: Es muss investiert werden. Die Zweite: Die Berchtesgadener Mittelschüler ziehen nach Bischofswiesen um. Die Ungewissheit ist groß. Rektorin Annette Ritter bittet um »eine baldige Klärung der Standortfrage«.


Eine Generalsanierung würde rund 4,6 Millionen Euro kosten. Weite Teile der Schule sind veraltet, »von den Fenstern müssen wir erst gar nicht sprechen«, sagte Bürgermeister Franz Rasp. Auch eine Brandschutzoptimierung steht an, wurde bislang aber immer aufgeschoben. Viel gesetzt hatte man im Mittelschulverband Berchtesgaden auf das Kommunalinvestitionsprogramm. Dort war ein Förderantrag eingereicht worden über eine Summe von rund 2,18 Millionen Euro, die bei Bewilligung mit bis zu 90 Prozent gefördert worden wäre. Allerdings musste der Markt im Laufe der Woche eine unerfreuliche Nachricht in Empfang nehmen. Eine Bewilligung der Fördersumme wurde abgelehnt. Nur Marktschellenberg, Schönau am Königssee und Bischofswiesen bekommen Gelder aus dem Fördertopf. Zum Leidwesen der Berchtesgadener. Geschäftsleiter Anton Kurz bestätigte auf Nachfrage: »Wir bekommen keine finanziellen Mittel.«

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Dies bedeutet, dass der Mittelschulverband Berchtesgaden auf möglichen Sanierungskosten weitestgehend sitzen bleiben würde. Und dass die Verbandsumlage pro Schüler, die pro Jahr zu entrichten ist, deutlich steigen dürfte, nachdem sie bereits in den vergangenen Jahren von 1 450 Euro (2011) auf aktuell 2 450 Euro (2015) gestiegen ist. »Wir warten nun auf das Angebot aus Bischofswiesen«, sagt Kurz. Denn die dortige Mittelschule, in die nun mehrere Hunderttausend Euro für eine künftige Barrierefreiheit fließen werden, müsste ausreichend Platz zur Verfügung stellen können, um über 200 Berchtesgadener Mittelschüler aufzunehmen.

Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber weiß um die Notwendigkeit des Angebots Bescheid. Seine Schule ist es auch, die in deutlich besserer Verfassung ist als jene in Berchtesgaden. In Bischofswiesen wurde viel Geld investiert. Nun fließt weiteres Fördergeld in die Barrierefreiheit. Schon bald will sich Weber dazu äußern, wie eine eventuelle Übersiedelung der Mittelschule von Berchtesgaden aussehen könnte. Dann wird auch festgelegt, was der Mittelschulverband pro Schüler pro Jahr an Bischofswiesen zu zahlen hätte. »Und erst dann steht fest, wie wir weitermachen«, sagt der Geschäftsführer des Marktes Berchtesgaden, Anton Kurz.

Annette Ritter wünscht sich einen Verbleib in Berchtesgaden. Aus Sicht der Schulleitung und des Kollegiums sei die Mittelschule »nicht aus der Schullandschaft des südlichen Landkreises im Mittelpunkt der Gemeinden des Schulverbands wegzudenken«, heißt es in einem von der Schulleitung verfassten Schreiben. Dem Wunsch, dass in das marode Gebäude Investitionen fließen, um den »Schulalltag weiterhin aufrechterhalten zu können«, unabhängig von einem Entscheid über die Zukunft, wird aktuell nur teilweise nachgekommen.

So hat Schönau am Königssees Bürgermeister und stellvertretender Vorsitzender des Mittelschulverbands Berchtesgaden, Hannes Rasp, Bedenken, »wenn wir mehr als das Notwendigste in die Mittelschule investieren«. Bis entschieden sei, wie es weitergehe. »Ich sehe derzeit nicht ein, warum wir hohe Summen da reinstecken sollten«, äußerte er sich kürzlich gegenüber den Mitgliedern des Mittelschulverbands in Anwesenheit von Rektorin Annette Ritter. Kilian Pfeiffer

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