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16 Chiemgauer Malerinnen stellen im Traunsteiner Kulturzentrum ihre Werke aus

Eine Fülle an Farben, Motiven und Themen

Woher wissen wir eigentlich, dass die Natur schön ist? Weil sie immer schon da war? Oder weil sie große Gefühle hervorruft? Gefühle wie Freude, Sehnsucht, Ergriffenheit, ja, bei manchen sogar Gottesfürchtigkeit. Nur verständlich also, dass wir die Natur lieben und die Natur in der Kunst äußerst beliebt ist wegen ihrer Fülle an Farben, Motiven und Themen. Diese Fülle, schön ausbalanciert und von verführerischer Wirkung, kann man derzeit im Traunsteiner Kulturzentrum besichtigen, wo 16 Hobbymalerinnen aus dem Chiemgau rund 100 ihrer Werke ausstellen.

12 der insgesamt 16 Malerinnen stehen vor einigen ihrer Werke. (Foto: Heel)

Hier ist (fast) alles zu entdecken, was unsere Natur so liebenswert macht, mal karg und mal opulent dargestellt, mal farbenfroh und mal eher spröde und zurückhaltend in der Farbgebung, wobei viele der Bilder, passend zur Jahreszeit, zum Nachdenken und zur inneren Einkehr einladen wie etwa »Nebelstimmung« (Helga Wallner), »Erster Schnee« (Petra Thalbauer) oder »Winter im Wald« (Edda Wostry). Ähnlich stimmungsvoll geraten sind auch die Werke »Der Baum« (Perdita Köttler), »Bergsee« (Maria Rabiser) und »Waldweg« (Margit Hilger), die ebenfalls ausdrucksstark von Ruhe und Einsamkeit erzählen.

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Eine Hauptrolle, wie könnte es anders sein, spielt natürlich auch der Chiemsee, dessen idyllische Seite in den Bildern »Morgenstimmung am See« (Brigitte Rieder), »Uferweg am Chiemsee« (Elisabeth Schweiger) oder »Fraueninsel« (Dorothea Krickelberg) bestens zur Geltung kommt. Besonders schön anzuschauen sind auch das »Ettendorfer Kircherl« (Gertrud Zillner) und »Fränkisches Dorf« (Waltraud Fleckenstein), lichte Impressionen von »Cornwall« (Helene Hächstetter), »Kreta« (Margarethe Frank), »Italien am Meer« (Theresa Sailer) sowie »Havanna« (Christine Machatzek) erweitern das Spektrum auf interessante Weise. Und wer jetzt denkt, wo bleiben denn die Tiere unserer Heimat, in Bildern von Gemsen und Steinböcken (Monika Noichl) sind auch diese, in all ihrer anmutigen Schönheit, präsent.

Die Ausstellung zusammengestellt hat Brigitte Rieder, die in ihrer Einführungsrede auch kurz die Teilnehmerinnen und deren »künstlerische Eigenheiten« vorstellte. Dabei betonte sie, dass den Grundstein für diese Ausstellung jemand anderer, nämlich Peter Mühlbacher gelegt habe. Der hatte vor bald 25 Jahren die Idee, eine Gemeinschaftsausstellung für Hobbykünstler zu organisieren. Mühlbacher war es auch, der sie dazu überredete, ihr Wissen, vor allem aber ihre Begeisterung zur Aquarellmalerei, an andere weiterzugeben.

In seinem Grußwort würdigte auch Oberbürgermeister Christian Kegel das Engagement der Künstlerinnen, deren Arbeiten eine schöne Bereicherung für die Kulturstadt Traunstein seien, und zitierte dazu Emile Zola, der einmal gesagt hatte, dass jedes Kunstwerk eine Seele habe und unverkennbar sei. Ein Lob, dem man sich nur anschließen kann, zumal nicht wenige der ausgestellten Bilder eine Eleganz und Selbstsicherheit ausstrahlen, die man so bei Hobbykünstlern vielleicht nicht erwarten würde. Sehr ansprechend fiel auch die Dekoration des Ausstellungsraums aus, gestaltet von Brigitte Rieders Tochter Tanja. Der Apfel fällt also nicht weit vom Stamm.

Die Ausstellung dauert noch bis zum Sonntag und ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Wolfgang Schweiger