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Mit großem Kampfgeist und Erfahrung: so wollen die TVT-Basketballer – hier Routinier Julian Rosnitschek (Mitte) gegen Quentin Brugger (links) und Stephan Adelberger – im Duell mit dem Titelfavoriten TS Jahn München bestehen. (Foto: Weitz)

Eine »großartige Gelegenheit« für die Chiemgau Baskets

Im letzten Heimspiel der Saison erwartet die Chiemgau Baskets noch einmal ein echtes Basketballfest: Am heutigen Samstag (18.30 Uhr) empfangen die Korbjäger des TV Traunstein den ungeschlagenen Ligaprimus TS Jahn München in der AKG-Sportarena. Mit einem Sieg im Duell der Traditionsvereine könnten die Traunsteiner noch die Chance auf die Meisterschaft in der Bayernliga Herren Süd wahren, die sich dann eine Woche später beim Rückspiel in München entscheiden würde. Grund für die spannende Finalkonstellation sind Spielplanverschiebungen infolge der Corona-Pandemie. Eigentlich wäre diese Heimpartie des TVT für den Dezember terminiert gewesen.


19 Siege in 20 Spielen haben die Chiemgau Baskets auf der Habenseite und damit den zweiten Tabellenplatz schon sicher – die beste Bilanz für die 1953 gegründete Basketball-Abteilung des TVT seit den 1980er-Jahren, als die Herren- und Damenteams in der damals vierthöchsten Basketball-Spielklasse, der Oberliga, agierten. Nach einer längeren Schwächephase erlebten die TVT-Korbjäger seit circa 2010 einen starken Aufschwung. Ihre engagierte Jugendarbeit machte sich bezahlt: Die Erste Herrenmannschaft stieg dank Eigengewächsen und gezielten Verstärkungen innerhalb weniger Jahre von der Kreisliga in die Bayernliga auf.

In der sechsthöchsten Spielklasse mischte das Team bereits im zweiten Jahr 2019/20 um den Aufstieg mit und belegte am Ende Platz drei. Nach der weitgehend ausgefallenen Folgesaison gingen die Traunsteiner mit hohen Zielen in das aktuelle Spieljahr. Neue Kräfte wie Ex-Regionalligaspieler Jakob Kock und 2,17-Meter-Center Kameron Rooks aus den USA ergänzten das eingespielte Team. Coach Zoltán Lippay kann damit eine gesunde Mischung aus Nachwuchsspielern und erfahrenen Kräften aufbieten.

Der agile Kock fehlt gegen Jahn allerdings ebenso verletzt wie der routinierte Pointguard Markus Haindl. »Die übrigen Spieler sind körperlich und geistig bereit«, berichtet Lippay. »Der Gegner hat junge, schnelle Spieler. Wir erwarten einen harten Kampf. Unsere Waffe ist die Erfahrung.«

Die Turnerschaft (TS) Jahn München, die in der laufenden Saison gemessen am Korbverhältnis die stärkste Verteidigung und Offensive der Liga aufbietet, zuletzt zweimal den Drittplatzierten MTV München souverän besiegt hat und daher als Favorit im Duell um Platz eins gilt, hat auf anderem Level eine ähnliche Entwicklung durchlaufen. Ihr Vorläuferverein, der TSV Jahn, gehörte mit der Gründung im Jahr 1937 zu den Pionieren des deutschen Basketballs, durchlitt allerdings nach den 1980er-Jahren ebenfalls eine schwere Zeit. Nach einem Wiederaufbau ab den Nuller-Jahren erreichte die Erste Herrenmannschaft 2019 mit ihrem vierten Aufstieg in Folge die Bayernliga. Der Verein hat eine der mitgliederstärksten Basketballabteilungen in Bayern und ist in der Jugendarbeit erstklassig: Die U 19 spielt in der Nachwuchs-, die U 16 in der Jugend-Basketball-Bundesliga.

Aus diesem reichen Fundus stellt Trainer Timo Heinrichs auch sein Team zusammen, das als topfit gilt, bestens ausgebildet ist und den Gegner gerne mit einer Ganzfeldverteidigung unter Druck setzt. Mit 386 erzielten Punkten ist Benjamin Voit nach dem Traunsteiner Kameron Rooks (434) und vor dessen Teamkollegen Stefan Gruber (322) der zweitstärkste Punktesammler der Bayernliga. Aber die Power der Münchner verteilt sich auf viele Schultern, auch Pirmin Gaißer, Jan Pürschel und Torsten Walter sind immer für zahlreiche Treffer gut. »Jahn München ist seit Jahren der Maßstab in der Bayernliga und wir wissen, dass wir der Underdog sind«, stellt denn auch Franz Buchenrieder, Abteilungsleiter und Sportdirektor der Chiemgau Baskets, klar. »Als Verein freuen wir uns über diese großartige Gelegenheit, in zwei Finalspielen um die Meisterschaft in der Bayernliga zu kämpfen. Daher ist für uns dieses Heimspiel etwas ganz Besonderes, wenn wir mit unseren lautstarken Fans im Rücken gegen den großen Jahn antreten.«

Buchenrieder, der selbst für den FC Bayern München in der Bundesliga gespielt und mit der TG Landshut als Spieler und Funktionär Erfolge gefeiert hatte, weiß aber auch: »Meiner Erfahrung nach 'gewinnt' man keine Meisterschaft, man muss sie sich nehmen. Für die Spieler wird es wichtig sein, diese beiden Spiele einerseits zu genießen und andererseits 40 Minuten total fokussiert und bereit für einen heißen Kampf zu sein.«

Der Einlass in der AKG-Sportarena (Gabelsbergerstr. 2) ist bereits ab 17 Uhr geöffnet. Um Wartezeiten am Eingang zu vermeiden, ist frühes Kommen empfehlenswert. Aus Anlass des Traunsteiner Frühlingsfests haben sich die TVTler noch etwas Besonderes einfallen lassen: Alle, die in Tracht kommen, erhalten freien Eintritt.

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