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20 Jahre Festspiele auf Gut Immling: Über 23 000 Besucher in 46 Veranstaltungen

Eine Jubiläumsspielzeit mit neuen Rekorden

Spannend erwiesen sich die Diskussionen um die Opernklassiker »Die Zauberflöte« (Mozart) und »Carmen« (Bizet, mit Alin Stoica als Don José und Iryna Zhytynska als Carmen), die in nicht alltäglichen Interpretationen zu sehen waren, aber aktuell, sozialkritisch und psychologisch durchdacht umgesetzt wurden.

»Wir freuen uns über einen rundum gelungenen Geburtstag«, zeigt sich Intendant Ludwig Baumann begeistert über die Resonanz zur Jubiläumssaison »20 Jahre Festspiele Immling«. »Sowohl künstlerisch als auch von den Besucherzahlen her haben sich die vergangenen Monate als voller Erfolg erwiesen«, ergänzt Cornelia von Kerssenbrock, die Musikalische Leiterin auf Immling.


Insgesamt konnten über die ganze Spielzeit hinweg in 46 Veranstaltungen über 23 000 Besucher gezählt werden. Damit wurde deutlich erstmals die »magische Zahl« von 20 000 Zuschauern überschritten.

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Besonders spannend erwiesen sich in diesem Jahr die Diskussionen um die Opernklassiker »Die Zauberflöte« (Mozart) und »Carmen« (Bizet), die in nicht alltäglichen Interpretationen zu sehen waren, aber aktuell, sozialkritisch und psychologisch durchdacht umgesetzt wurden. Sie erreichten dabei etwas, was Kunst ausmacht, nämlich das Nachdenken und Diskutieren über Inhalte und Auslegungen in unserer heutigen Zeit.

Geheimtipp für innovatives und kreatives Musiktheater

Die »Immlinger Inszenierungen« sind inzwischen schon ein Geheimtipp für innovatives und kreatives Musiktheater – so auch in der Ba-Rock-Oper »Rinaldo« (Händel), in der die Musikalische Leiterin Cornelia von Kerssenbrock den Barock, gespielt in der Aufführungspraxis der Alten Musik, mutig mit jungen Rockmusikern ergänzt hatte. Ludwig Baumann fügte eine spritzige, aber auch aktualisierende Regie dazu, was Standing Ovations bei Jung und Alt erwirkte. Erfreulich zu sehen war, dass gerade für die »Nische« Barockmusik besonders viele junge Zuschauer nach Immling kamen.

Mit gleich zwei Werken in einer gemeinsamen Inszenierung war der bayerische Komponist Carl Orff auf Immling zu erleben. »Carmina Burana & Der Mond« erwies sich dabei als Erfolgsgarant, der veranschaulichte, wie zwei eigenständige Werke sich über einen gemeinsamen, grundlegenden Inszenierungsgedanken zu einer faszinierenden, abendfüllenden Einheit verbinden lassen.

Das 20-jährige Jubiläum zeigte nicht nur hier wunderbar die Ergebnisse langjähriger, harter Arbeit, sondern auch in der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit den Münchener Symphonikern und im Aufbau des viel gelobten Festivalorchesters Immling, das aus jungen Musikern aus vielen Nationen besteht und teilweise auch junge Akademisten fördert, die vor Ort zusätzlichen Unterricht bekommen. Auch in der Jubiläumssaison durfte natürlich der große Festivalchor nicht fehlen, der in diesem Jahr mit vier großen Produktionen und zwei Orchestergalas besondere Leistungen vollbrachte und inzwischen aus einem Stamm von rund 120 Sängern aus der Region und bis München besteht.

Die langjährige Arbeit mit dem Kinder- und Jugend-Festivalchor trug ebenso Früchte in der Besetzung von drei Opern mit dem Kinderchor (sogar in eigener solistischer Besetzung der drei Knaben in der »Zauberflöte«), in der Winterinszenierung »Die Schneekönigin« des Kinderchors als auch beim gefeierten Musical »Cats« (Lloyd Webber). Diese war ausschließlich durch die Mitglieder des Jugendchors besetzt, die in harter Arbeit zwei Stunden Choreografien und Musik einstudierten, einige davon parallel zu ihren Abiturprüfungen.

Vorstellung für Kinder war restlos ausverkauft

Restlos ausverkauft war die Vorstellung der »Zauberflöte für Kinder« mit über 2000 Besuchern. Ebenso schnell vergriffen waren Plätze für die beliebte Kinder-Kultur-Woche, in der fast 100 Nachwuchskünstler zum Abschluss noch ihre eigene Fassung des »Dschungelbuchs« erarbeiteten. Wohl wirklich einzigartig ist die seit 17 Jahren bestehende Inklusionsvorstellung für Menschen mit Handicap, für die Stühle aus dem Festspielhaus geschraubt werden, um vielen Menschen, teilweise auch Liegendpatienten, einen Besuch in der Oper zu ermöglichen.

So hat auch die Jubiläumssaison wieder viele Menschen auf den kleinen Hügel im Chiemgau geführt – junge und erfahrene Sänger und Musiker aus 33 Nationen, die jedes Jahr die »Immlinger Familie« ausmachen, die durch das gemeinsame Musizieren in dieser Zeit ein kleines Zeichen des doch möglichen »Miteinanders« unterschiedlichster Nationen und Religionen setzt.

Man darf gespannt sein auf die Spielzeit im Jahr 2017 und neue Herausforderungen und Ideen der Festspielleitung um Intendant Ludwig Baumann und die Musikalische Leiterin Cornelia von Kerssenbrock. Ab Ende Oktober wird das neue Programm unter www.gut-immling.de zu finden sein.