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Sanierung des jahrhundertealten Weberbichlgrabens

Eine Million Euro für Marktschellenbergs Untergrund: Gewappnet für Jahrhunderthochwasser

Marktschellenberg – Einige Meter unter Marktschellenberg wird aktuell jede Menge Estrich in den jahrhundertealten Weberbichlgraben gepumpt.

Bei starkem Regen ist dieser Bereich voll gefüllt.

Seit eineinhalb Jahren arbeitet ein Trupp daran, die immensen Schäden des Hochwassers im Jahr 2013 auszubessern und baut das Kanalnetz neu. Eine Million Euro sind im Laufe der Zeit investiert worden, wie Diplom-Ingenieur Matthias Gerold vom Ingenieurbüro Dippold und Gerold aus Prien erklärt.

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Für Marktschellenberg ist der Bau gewaltig. Solch große Investitionen kommen in der kleinen Gemeinde nicht alle Tage vor, sagt Geschäftsleiter Michael Ernst. Große Teile der Kosten trägt aber die Regierung von Oberbayern und so muss der Ort nur bedingt in die eigene Tasche greifen.

"Die Maßnahme war notwendig", so der Ingenieur Matthias Gerold. Denn der Graben ist nicht in der Lage, die Wassermassen eines Jahrhunderthochwassers zu befördern.

Hochwasser 2013 schwemmte Fugen aus

Das hatte sich bereits 2013 gezeigt, als der rund 240 Meter lange Graben stark beschädigt wurde. Große Geröllmassen hatten den Untergrund und die Innenwände beschädigt, Fugen ausgeschwemmt und Steine aus den Wänden gerissen. Hätte man nichts getan, wäre die Standfestigkeit der darüber liegenden Häuser in Gefahr gewesen.

Deshalb entschied man sich, den Weberbichlgraben zu sanieren und gleichzeitig eine neue Ableitung durch den Ort und unter dem Marktplatz zu verlegen – mit direktem Abfluss in die Ache. Die Bauarbeiten hatten letztes Jahr begonnen, als der Bereich rund um den Marktplatz eine Großbaustelle war.

Diplom-Ingenieur Matthias Gerold leitet die Millionen-Baustelle in Marktschellenberg. (Fotos: Pfeiffer)

Große Rohrstücke mit Durchmessern von einem bis 1,2 Metern wurden verlegt. "Das Ziel ist, dass wir gewappnet sind, wenn wieder ein Jahrhunderthochwasser kommt", sagt Matthias Gerold. "Die Infrastruktur muss das vertragen können." Den Graben kann man sich wie einen überdimensionalen Trog vorstellen, der überdeckelt wurde.

Ende November soll die Millionen-Baustelle abgeschlossen sein. Beide Kanäle sollen zusammen bis zu sechs Kubikmeter Wasser pro Sekunde schadlos ableiten. Ausreichend, um für das nächste Jahrhunderthochwasser gewappnet zu sein. Kilian Pfeiffer