weather-image
23°

Eine musikalische Sommernacht

5.0
5.0
Bildtext einblenden
In wechselnden Zusammensetzungen spielten (von links) Regina Brandner, Nicole Walker, Benedikt Meurers und Vreni Meurers-Zeiser ein abwechslungsreiches und qualitativ hochwertiges Programm. (Foto: Eder)

Den Sommernachtskonzerten im Tettelhamer Kircherl wohnt immer ein gewisser Zauber inne. Dafür sorgten nun – bereits zum zehnten Mal – Vreni Meurers-Zeiser, die einst die Idee zu diesem i-Tüpfelchen auf dem insgesamt durchaus reichhaltigen Musikprogramm in der Region hatte, an der Harfe, ihr Mann Benedikt Meurers als Sänger und »Nachbarin« Regina Brandner am Violoncello sowie die Musikkapelle Otting unter Leitung von Tobias Schreiber. Neu dabei war diesmal die Klarinettistin Nicole Walker aus Niederösterreich, die mit ihrem letzten Stück für einen Höhepunkt im Konzertprogramm sorgte.


Mit den kräftigen Tönen des »Feierlichen Marschs« von Leonhard Peischer verstanden es die Ottinger Musikanten – beziehungsweise ein Quintett von ihnen – den Lärm und die Unruhe des Tages »einzufangen«, in ein harmonisches Kleid zu gießen und somit überzuleiten zu einer ruhigen Stunde in der Kirche, in der die Besucher mal abschalten und zu beschaulicher Ruhe finden konnten.

Anzeige

Sprecherin Marianne Aicher rief in ihrer Begrüßung dazu auf, in dieser Stunde entspannt zuzuhören und zur Ruhe zu kommen. Dabei äußerte sie auch ihre Freude darüber, dass sie wieder als Sprecherin eingeladen worden war – wie am Anfang der Sommernachtskonzerte, als sie noch als Gemeindereferentin im Pfarrverband Waging tätig gewesen war.

Die Musiker begannen das Konzert mit dem Lied »Where ‘er you walk« von Georg Friedrich Händel, gesungen von Benedikt Meurers, begleitet von Vreni Meurers-Zeiser. Es folgte ein Zusammenspiel von Harfe und Klarinette und als letztes Stück des ersten Dreierblocks von Harfe und Cello. Während das Allegro aus dem »Duo Concertante« von Johann Georg Heinrich Backofen den Musikerinnen mit seinem flotten Tempo einiges an Schnelligkeit abverlangte, brachte Regina Brandner bei der ruhigen Romanze »Dolce Pianti« in G-Dur von Johann Strauß den Wohlklang ihres Instruments mit feinen Tönen zum Ausdruck.

In wechselnden Zusammensetzungen der Musiker erfüllte das Musikprogramm das Kirchlein mit seinen Wohlklängen und erfreute die Besucher. Geschichten und Gedanken von Marianne Aicher gaben interessante Anregungen und Gedankenanstöße.

Mit einer »Sarabanda« von Virgilio Mortari zeigte Vreni Meurers-Zeiser als Solistin ihr außerordentliches Können an der Harfe. Das bunte Kaleidoskop der ausgewählten Stücke beinhaltete Charles Chaplins »Now that it‘s ended«, »You raise me up« von Brendan Graham oder »Schön Rosmarin« von Fritz Kreisler. Beim »Duerme« von Max Raabe zeigte Sänger Benedikt Meurers die Wandlungsfähigkeit seiner Stimme, und die Musikkapelle spielte im weiteren Verlauf noch zwei Stücke bekannter regionaler Musiker: die Pastorale von Erich Sepp und eine Melodie zur Kommunion von Elmar Walter, dem Dirigenten der Musikkapelle Nußdorf.

Zuvor hatte Klarinettistin Nicole Walker das »Sholem alekhem rov Feidman« angestimmt, von Vreni Meurers-Zeiser an der Harfe mit den für diese Klezmer-Melodien typischen Bass-Zweiklängen begleitet. Nicole Walker brachte ihr Instrument dabei mit einer solchen Vehemenz, mit soviel Temperament und Stimmkraft zum Klingen, dass das Publikum schier den Atem anhielt – kräftiger Applaus ertönte, als das letzte Stück im Konzertprogramm verklungen war, und wollte schier nicht mehr enden.

Mit einem Schmunzeln kündigte Benedikt Meurers dann noch die geforderte Zugabe an – ein bekanntes Lied von Johannes Brahms: »Guten Abend, gut‘ Nacht«. Dabei kam des Sängers warme Baritonstimme bestens zur Geltung. Hans Eder