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Eine Querflöte wäre leichter...

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Max Schmid am Kontrabass wurde in Siegsdorf von Alexander Preda am Flügel begleitet. (Foto: Barbara Heigl)

Er ist in drei musikalischen Welten zu Hause. Max Schmid, der sein Masterstudium am Mozarteum in Salzburg nun bald beenden wird, könnte, wenn er möchte, in Zukunft mit seinem Kontrabass vielleicht in einem Orchester sein Geld verdienen. Das wäre aber irgendwie schade, denn sein charismatisch-virtuoses Solospiel würde dann womöglich nicht mehr so sehr zum Zuge kommen.


Im Siegsdorfer Pfarrsaal konnte das zahlreich erschienene Publikum einen Eindruck davon bekommen, wie virtuos und mit welch tiefem emotionalen Verständnis für das Werk der junge Musiker zu musizieren versteht. Das lässt einen nicht kalt. Er spielte solo zwei Sätze aus der Cello-Suite von J. S. Bach, denen mit Klavierbegleitung durch Alexander Preda Stücke von Karl Dieters von Dittersdorf und Alexander Kositzki folgten. Nach der Pause dann, wieder gemeinsam mit dem farbenreich spielenden Alexander Preda, seinem Korrepetitor am Mozarteum, ein feurig-origineller Hindemith, bei dem noch mehr Körpereinsatz gefragt war als bei den Komponisten zuvor. Aber auch für die »Cadenza« und einen Tango von Astor Piazzolla gab es stürmischen Applaus.

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Natürlich hatte der Regisseur und Schauspieler Franz-Josef Fuchs nicht unrecht, als er schon gleich bei der Anmoderation des Konzerts über das unförmige und schwer zu transportierende Instrumente Witze machte – »So ein Kontrabass ist ja im Prinzip auch ein Instrument« – und im Laufe des Abends dann noch so manch launigen Spruch zu dem Thema beisteuerte und von Max Schmid auch bestätigt bekam. »Wenn er zum Beispiel sein Instrument eine Treppe hinaufwuchtet, wird er meist nicht gefragt 'kann ich helfen?', sondern es wird gespottet: 'eine Querflöte wäre leichter'«. Und natürlich las Franz-Josef Fuchs auch einen Auszug aus Patrick Süßkinds Roman »Der Kontrabass«. Für leicht Irritation im Publikum sorgten allerdings seine manchmal zu dick aufgetragenen Späße. Erst nach der Pause ging er die Sache ein wenig ruhiger an, was dem Abend dann doch gerechter wurde.

Max Schmid verabschiedete sich von seinem Publikum nicht mit einem weiteren Basssolo, sondern er schnallte sich zum Schluss seine Diatonische Ziach um, und mit einem Marienlied, dem »Güldenen Rosenkranz«, und einem innigen »My Way« von Frank Sinatra sorgte er für eine stimmungsvolle Überraschung. Ja, auch in der Volksmusik ist der sympathische Musiker zu Hause. Man denke nur an die von ihm und seinen Eltern organisierten Musikanten-Treffen im Traunsteiner Heimathaus.

Von der dritten musikalischen Vorliebe, dem Jazz, erfuhr die Berichterstatterin beim geselligen Beisammensein im Anschluss an das Konzert. Man darf gespannt sein, was und wann man von seinem frisch gegründeten Trio zu hören bekommt. Barbara Heigl