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Eine Stunde entbehren, ein Leben sichern – Einkaufshelfer gesucht

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Gegenseitige Unterstützung ist für Schnitzschülerin Josefine Steinecke unverzichtbar. Deshalb bietet sie gefährdeten Menschen ihre Hilfe an. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Die Folgen einer Corona-Infektion sind für Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen gravierend. In dieser Situation will die junge Generation Verantwortung übernehmen. So auch Schnitzschülerin Josefine Steinecke. Gemeinsam mit weiteren Schulkameraden bietet sie Menschen aus der Risikogruppe eine Einkaufshilfe an.


Steinecke erfuhr über die Medien, dass in ihrer Heimatstadt Soest in Nordrhein-Westfalen junge Leute kostenlos für Gefährdete einkaufen gehen. So können Personen aus der Risikogruppe viele Menschen meiden – die Ansteckungsgefahr verringert sich deutlich.

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Die Schnitzschülerin war von der Aktion so begeistert, dass sie diese nun in Berchtesgaden initiiert. »Gerade in diesen Zeiten kommt es auf eine gegenseitige Unterstützung an. Eine Stunde am Tag kann jeder entbehren. Und wir haben damit ein weiteres Leben gesichert«, betont Steinecke.

Die Schnitzschülerin konnte bereits zehn Gleichgesinnte für ihr Vorhaben gewinnen. Dabei sollen die Helfer getrennt einkaufen gehen. Steinecke koordiniert das Ganze mit einem Plan. »Ich will meine Kollegen je nach ihrem Wohnsitz gezielt einsetzen. Momentan begrenzt sich der Aktionsradius auf die Gemeinde Berchtesgaden.«

Wichtig bei der Einkaufshilfe: Man müsse den physischen Kontakt zu der gefährdeten Person vermeiden. Deshalb sei die Absprache zwischen Helfer und Betroffenen unabdingbar.

Der Hilfsbedürftige hinterlegt eine Liste mit gewünschten Produkten und Geld. Beides holt der Schnitzschüler entweder im Garten oder vor der Haustüre ab. Daraufhin erledigt ein Helfer den Einkauf, den er mit Kassenbeleg und Rückgeld auf dem selben Platz wieder abstellt.

Bisher beteiligen sich ausschließlich Schnitzschüler an der Aktion. Steinecke begrüßt es aber, wenn sich Studenten oder weitere junge Menschen anschließen. Wer Interesse hat, kann sich unter Telefon 0178/3161516 oder unter E-Mail josefine.steinecke(at)posteo.de melden.

Patrick Vietze