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Eine zweite Röhre für Gas

Durch zwei Röhren passt mehr als durch eine. Das wissen auch die Menschen, die Erdgas-Leitungen verlegen. In wenigen Tagen wollen sie damit anfangen, ein zweites Rohrsystem von Russland nach Deutschland zu bauen. Und zwar durch die Ostsee, also unter Wasser!

Gasröhren
Soooooo viele Rohre! Die braucht man für das 1200 Kilometer lange Rohrsystem zwischen Russland und Deutschland. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa Foto: dpa

Fachleute nennen so ein langes Rohrsystem Pipeline (gesprochen: paiplein). Ein Rohr reiht sich dabei ans andere. Die neue Leitung könnte direkt neben der alten Leitung liegen. Diese wurde vor sieben Jahren fertiggestellt und heißt Nord Stream (gesprochen: nord striim). Wie heißt als die neue Leitung? Logisch: Nord Stream 2.

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Viele Firmen in Deutschland finden das Rohrsystem gut. Sie sagen, dass wir immer mehr Erdgas brauchen, etwa zum Heizen. In Deutschland liegt nur wenig Erdgas im Boden. Russland hat hingegen sehr viel.

Andere aber lehnen Nord Stream 2 ab. Umweltschützer fürchtet, dass durch den Bau Schutzgebiete für Tiere zerstört werden. Denn in einigen Teilen sollen die Rohre nicht oben auf dem Meeresboden liegen, sondern darin. Dafür muss viel gebuddelt und damit Boden zerstört werden. Um das zu verhindern, klagen die Umweltschützer vor einem Gericht gegen den Bau.

Es gibt noch mehr Gegner der neuen Pipeline. Dazu gehören viele Länder im Osten von Europa, zum Beispiel die Ukraine. Bisher fließt viel von dem Gas aus Russland durch Pipelines in der Ukraine, ehe es bei uns und anderen Ländern in Europa ankommt. Dafür bekommt die Ukraine Geld. Wenn das Gas in Zukunft durch andere Rohre geschickt wird, fehlt ihr dieses Geld.

Am Sonntag ist der deutsche Wirtschafts-Minister Peter Altmaier in die Ukraine geflogen. Er will den Politikern dort sagen: keine Sorge. Auch eure Pipelines brauchen wir weiter.