weather-image
23°

Einfach mal auf dem Boden bleiben – Flughafen Salzburg sperrt zu

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Die Start- und Landebahn ist fast 60 Jahre alt. Nun wird sie saniert. (Foto: Hudelist)

Salzburg – Der Flughafen Salzburg sperrt zu – von Mittwoch, 24. April, bis einschließlich Dienstag, 28. Mai. Grund dafür ist die Generalsanierung der beinahe 60 Jahre alten Start- und Landebahn. »Gerade in den letzten Jahren musste die Strecke immer wieder aufwendig und sehr kostenintensiv saniert werden«, so Flughafensprecher Alexander Klaus. Die Bahn sei die wichtigste Einrichtung am Salzburger Flughafen. Ohne sie könne der Flughafen nicht betrieben werden.


Die Vorteile der Totalsperre seien geringere Baukosten, kein Baulärm in der Nacht und ein geringerer Druck auf die Baufirmen. Vom Baustellenverkehr wird auch das »Kleine Deutsche Eck« betroffen sein«. Für Fluggäste stehen in den fünf Wochen als Ausweichflughäfen Linz, Wien und München bereit.

Anzeige

Statt Beton wird nun Asphalt zum Einsatz kommen, die insgesamt 2 850 Meter lange Bahn wird vier Schichten erhalten, die alte Betonschicht wird zertrümmert und für den Unterbau der neuen wieder verwendet. Dies soll rund 4 000 Lkw-Fahrten mit Abbruchmaterial ersparen. Bei der Deckschicht werden dann rund 1 000 LED-Pistenbefeuerungslampen eingebaut. Diese letzte Schicht wird mit Wasserhochdruckstrahlen von der obersten, klebrigen Bitumenschicht abgewaschen, damit sie für das Landen und Starten der Flugzeuge griffig wird.

Die Bauarbeiten sollen in der Regel zwischen 6 und 22 Uhr stattfinden, nur bei Verzögerungen sind Arbeiten in der Nacht vorgesehen. Insgesamt werden 120 000 Tonnen Asphalt verbaut, das entspricht 70 Fußballfeldern mit einer Schicht von zehn Zentimetern, Pro Tag werden rund 8 000 Tonnen Asphalt aufgetragen. Die beiden Baufirmen werden fünf Asphaltmaschinen gleichzeitig in Betrieb haben, damit ist die Produktion in Salzburg ausgelastet, Straßenbaustellen wie zum Beispiel die Sanierung der Tauernautobahn in Richtung Walserberg müssen daher warten.

Auch »Kleines Deutsches Eck« betroffen

Der Baustellenverkehr in den fünf Wochen wird rund um den Flughafen enorm sein, immerhin sind bis zu 100 Lkw im Dauereinsatz, »während der Asphaltierung wird alle drei Minuten ein Lkw auf die Baustelle fahren«, so der Flughafensprecher. Die Vorbereitungen zur Sanierung laufen indes auf Hochtouren. »Dem plangemäßen Start am 24. April steht nichts im Weg«, so Airport-Projektleiter Florian Höll. Eine der letzten Bauverhandlungen betraf die Baustellen-Verkehrsregelungen. Die ersten Teile, wie Rohre und Fertigteile, werden bereits ab Anfang April angeliefert, Schottermaterial wird dann ab der Karwoche geliefert. Der erste Asphalttransport wird am 28. April um 6 Uhr den Flughafen ansteuern, in der Folge werden bis zu 70 Prozent der Lkw von der Westautobahn und der Tauernautobahn kommend, über die Kreuzung Innsbrucker Bundesstraße beim Outlet-Center anfahren, der Rest über die Siezenheimerstraße in Taxham.

Die Firma »Salzburger Sand- und Kies« ist für die Gesamtlogistik verantwortlich, sie bedient sich aber auch deutscher Speditionen. Asphalttransporte aus dem Werk Saalfelden werden über das Kleine Deutsche Eck und die Umfahrung Bad Reichenhall und dann entweder über die A 8 in Richtung Walserberg oder über die Bundesstraße zum Grenzübergang Walserberg-Bundesstraße geführt.

Keine Änderung der Start- und Landebahn

Im Vorfeld der Sanierungspläne hatten bayerische Fluglärmgegner immer wieder eine Drehung der Bahn gefordert, um Freilassing vom Fluglärm zu entlasten. »Im Rahmen der Generalsanierung wird es keine Verschwenkung der aktuellen Pistenausrichtung und damit auch keine Änderung der An- und Abflugrouten geben«, stellt Flughafensprecher Klaus fest. Michael Hudelist