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Martin Schmid und Markus Merkle »derbleckten« beim Starkbierfest Kommunalpolitik und Dorfgeschehen

Einige Bewerber für den Vachendorfer Lieblingsplatz

Vachendorf – Ein buntes und abwechslungsreiches Programm hat es beim traditionellen Starkbierfest der Vachendorfer Ortsvereine im voll besetzten Gasthaus zur Post gegeben.

Martin Schmid (links) und Markus Merkle hielten beim Vachendorfer Starkbierfest die Fastenpredigt.

Im Mittelpunkt stand das »Derblecken« durch die beiden Fastenprediger Martin Schmid und Markus Merkle, die das Gemeindegeschehen pointiert und manchmal derb-lustig aufs Korn nahmen.

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Wenn der Martin Schulz beim SPD-Parteitag 100 Prozent der Stimmen kriege, dann seien das Verhältnisse wie bei den Vachendorfer Gemeinderatsbeschlüssen. »Sei Parteikollege, da Rainer Schroll, dad sie so ein Ergebnis a moi für die Bürgermeisterwahlen wünschen.« Oder dass er wenigstens einmal mehr Stimmen bekomme wie seine Parteifreundin Agnes Göhle. Vom Bürgermeister glaubten sie, dass er ein bisschen zu wenig zu tun habe, denn wie könne es sonst sein, dass er nach Petting zum Kreisjugendfeuerwehrtag fahre und die Vachendorfer Jugendfeuerwehr anfeuern möchte, wenn sie doch gar nicht unten war.

»Aber vielleicht war er a in Schönram im Bräustüberl und hat g'frogt, ob's net an Wirt für de Post und fürs Haus der Vereine hätt'n.« Schmid vermutete ferner, dass er vielleicht so verwirrt war, weil der Ponath-Walter freiwillig den Gemeinderat verlassen habe und er jetzt keinen mehr habe, der ihm allerweil dagegen redet. Scheinbar habe der Ponath-Walter seinen Nachrücker Andreas Schroll zu wenig angelernt. »Der hot's bis heit no net g'neißt, dass er oiwei dageng sei muaß«, so Schmid.

Dies habe aber auch seine Vorteile, denn der Bürgermeister könne sich auf das Wesentliche konzentrieren, zum Beispiel die Winterdienstüberwachung mit GPS. Da könne er stündlich oder minütlich überwachen, wo die gerade seien. Ob sie auf dem Schaufelstiel lehnen oder Brotzeit machen. Die Gemeindearbeiter seien aber ganz ausgekochte Brüder beim Umgehen der GPS-Überwachung, denn im Winter hätten sie den Schneepflug samt GPS an der Schinterhöh stehen lassen und seien mit dem Auto zum Brotzeitmachen gefahren.

Die Feuerwehr habe Anfang Advent einen großen Einsatz gehabt, als der Grüngutcontainer im Wertstoffhof gebrannt habe. Es sei gar nicht so schlimm, wenn es ab und zu brenne, denn so komme der Feuerwehrkommandant von seinem Umstellungsstress von Normal- auf Biolandwirtschaft wieder unter die Leute. »Hoffentlich treibt's da Feuerwehrkommandant mit seim Bio net zu weit. Net das de Gemeinde iatz für die Feuerwehr noch Löschanzüge aus Rupfen oder Jute kaffa muaß und statt mit'm Schaummittel nur no mit der Kernsoaf gelöscht wern derf«, meinte Merkle.

Auch auf das Leader-Programm kamen die beiden Fastenprediger zu sprechen, bei dem es unter anderem um die Schaffung von Lieblingsplätzen gehe. Dafür gebe es schon einige Bewerber, zum Beispiel die Fuschbachbrücke. Bei deren Bau sei so eine schöne Freitreppe hinunter gebaut worden, dass sie sich als Freilichtbühne und idealer Versammlungsplatz eigne. Die »Lobei-Hütte« wäre dagegen nichts, weil sie dort so scharfen Chilli-Schnaps ausschenken würden, dass es sogar den Schmid-Walter, »a brake Mannsbuid«, nach einem halben Stamperl umgehauen habe.

Auch Wimpasing würde sich um den Kulturplatz bewerben. Dort ging es aber nicht wegen der Bewirtung, weil das Dorf in drei Bierlager zerrissen sei. Obwohl der Bernhard, der Bürgermeister von Wimpasing, bei Adelholzener arbeite und Josef Forster, der Chef von der Petrusquelle, in Wimpasing wohne, möchte man meinen, sie würden sich um das Wasser streiten. »Aber do werd gar net g'red«, sagte Schmid.

»Leit mit'm G'wahr aufn Buckl«

Wegen der erfolgreichen Nachwuchsbiathleten werde der Vachendorfer Sportverein wieder aufblühen und der Aktivensport wieder Zulauf kriegen. »Do braucht ma si net wundern, wennst in Vachadorf Leit mit'm G'wahr aufn Buckl ummanand laufa sigst.« Aber nicht nur beim Sportverein, sondern auch beim Burschenverein gehe es sportlich zu. Beim Biervertrinken des Erlstätter Burschenvereinsgeschenks sei zu später Stunde noch »Boaghakt« worden. Dabei habe sich der beste Wimpasinger Boahakler, der Kohlbeck-Andi, von einem alten Mann gleich zweimal schmeißen lassen, weil er es beim ersten Mal nicht geglaubt habe.

Aber auch bei der Feuerwehr gehe es sportlich zu. Als sie zum Feuerwehrfest nach Rabenden fahren wollten, mussten die Damen kurz vor der Abfahrt aufs »stille Örtchen«. Die Feuerwehrler hätten das Feuerwehrhaus zugesperrt und seien losgefahren. Erst in Erlstätt hätten sie es gespannt, weil's im Auto so ruhig gewesen sei. Die Frauen seien inzwischen schon sportlich durch das Fenster ausgestiegen.

Die Fastenpredigt wurde durch einige Darbietungen ergänzt. Für die musikalische Umrahmung sorgte den ganzen Abend über die Musikkapelle Holzhausen-Vachendorf mit schneidigen Märschen. Die »Schmid-Dirndln« Josefa und Martina sangen ein freches Lied über die Brautschau, wobei der Brautweber meint, bevor er einen alten Besen heirate, füttere er lieber eine Sau. Josefa Schmid spielte mit der Ziach noch ein paar Lieder zur Unterhaltung. Begleitet wurde sie dabei von Wolfi Nönneder auf dem Waschbrett.

Der Rosenegger-Sepp sang ein Loblied auf das Vachendorfer Starkbierfest und auf das gute Bier von der Brauerei Baumburg. Ein weiteres Lied handelte von einem Bergradler, der von einer jungen Frau mit einem E-Bike am Berg locker überholt wird. Vor lauter Frust wird dann aus dem Bergradler ein E-Biker.

Rita Lauterbacher trug ein Gedicht vor. Der Inhalt: Gott hat die Welt erschaffen und sieht die Leute in der Hallertau werkeln und schwitzen. Weil sie nichts zu trinken haben, schickt er ihnen den Hopfen. Damit braue die Brauerei Baumburg ihr Bier für das Vachendorfer Starkbierfest. Im Auftrag des verhinderten Baumburger Braumeisters Fredl Wimmer las Martin Schmied ein nicht ganz ernst gemeintes Gedicht über den Arbeitstag eines Braumeisters vor. Bjr