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Einiges zu klären beim Klärwerk – Abwasser nach Österreich?

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Lange wird die Kläranlage in ihrer jetzigen Form wohl nicht mehr bestehen. Noch heuer will die Gemeinde eine Entscheidung über die künftige Abwasserentsorgung treffen. (Foto Rothenbuchner)

Marktschellenberg – Die Zukunft der Abwasserentsorgung in Marktschellenberg war am Dienstag ein Thema der Bürgerversammlung in Marktschellenberg. »Das Schellenberger Klärwerk ist in die Jahre gekommen«, so Bürgermeister Franz Halmich. Aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen dürfe es in der bestehenden Form voraussichtlich ab 2020 nicht mehr betrieben werden.


Derzeit prüft die Gemeinde mehrere Varianten für die künftige Abwasserversorgung. Zur Debatte stünden eine Sanierung, ein Neubau sowie eine Ableitung nach Österreich, so Halmich am Dienstag. Erst vor Kurzem seien in einem weiteren Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt in Traunstein noch einmal alle Alternativen und Fördermöglichkeiten besprochen worden, insbesondere der finanzielle Aufwand und in der Folge die Belastung der Gebührenzahler. Halmich kündigte an, dass es zu diesem Thema in Kürze eine Arbeitssitzung im Gremium geben werde. »Ich gehe davon aus, dass wir die Entscheidung noch heuer treffen werden.«

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In der Diskussion zeigten sich mehrere Bürger besorgt über eine mögliche Ableitung des Abwassers nach Österreich. Mit einer grenzüberschreitenden Lösung würde man sich abhängig machen, hieß es. »Für mich hat das mit Nachhaltigkeit nichts zu tun«, so einer der Anwesenden. Halmich erklärte, dass man bei dieser Variante natürlich einen langfristigen Vertrag »länger als 30 Jahre« schließen und sich auf fixe Beiträge einigen müsse. Die Anlage in Salzburg sei sicherlich in einem wesentlich besseren Zustand, »als sie bei uns jemals sein könnte«.

Für einen Neubau müsse es doch Förderungen geben, so einer der Anwesenden. Halmich verneinte das jedoch: Eine Förderung gebe es nur für die Ableitung nach Österreich. Nach Vorgesprächen käme diese Variante wohl um die Hälfte billiger. Bei einem Neubau müsste man zwei Leute als Personal einstellen, Grund dazukaufen und so weiter. Die Kosten müsste die Marktgemeinde voll auf die Gebührenzahler umlegen. »Man muss überlegen, ob man das dem Bürger anlastet.«

Sollte sich die Marktgemeinde für die Ableitung nach Österreich entscheiden, würde die Anlage wohl teilweise zurückgebaut. Dann könnte möglicherweise der Bauhof teilweise oder sogar komplett auf dieses Areal ziehen, so Franz Halmich. ra