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Einmal quer durch Deutschland für einen guten Zweck

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Die Trainingsfahrt an den Gardasee war schon einmal ein voller Erfolg, wie das Gruppenbild bei der Ankunft in Riva beweist: Melchior Müller (von links), Gerhard Dashuber, Wolfgang Hörner, Harald Bauer, Andreas Rotunno, Robert Bernhard, Jürgen Thaler, Christian Spark, Stefan Haßlberger, Martin Betz, Peter Löw, Gerhard Niedermeier, Klaus Mittermeier, Stefan Wacker, Pierre Wohlfahrt, Manfred Huber, Ciprian Ionesco, Helmut Eibelsgruber, Manfred Schlederer, Dieter Gräf, Günter Abel, Stephan Moll, Alex Pfeffer, Thomas Dorfhuber, Sven Emrich und Josef Dobler werden am 23. und 24. Juni dann einmal quer durch Deutschland radeln. (Foto: radeln und helfen)
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Das ist die Strecke, die die 40 Teilnehmer zurücklegen werden. Alles ist genau geplant. (Foto: radeln und helfen)
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Gerhard Niedermeier aus Sondermoning (links) und Organisator Gerhard Dashuber vom Verein »radeln und helfen« sind zwei der 40 Fahrer, die sich am 23. Juni von Flensburg aus aufmachen und einmal nonstop mit dem Rad durch Deutschland fahren. Ziel ist am 24. Juni Oberwössen. (Foto: Brenninger)

40 Stunden, 40 Rennradfahrer, ein Ziel: Sie wollen einmal quer durch Deutschland radeln – von Flensburg nach Oberwössen – und auf ihren 1060 Kilometer lange Weg vor allem eines machen: nämlich Gutes tun. Denn die Tour durch Deutschland am 23. und 24. Juni wird vom Garchinger Verein »radeln und helfen« initiiert – und der hat sich zum obersten Vereinsziel gesetzt, so vielen Kindern wie möglich zu helfen.


Bisher hatte der Verein, der im Jahr 2012 gegründet wurde, die 24-Stunden-Rennen in Engelsberg organisiert und die Einnahmen eben an Hilfsorganisationen gespendet. »Doch der Aufwand für so ein Rennen ist enorm«, betont der Vorsitzende Gerhard Dashuber. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen in diesem Jahr dazu, das Rennen nicht mehr durchzuführen und suchten aber gleichzeitig nach einer passenden Alternative – und die wurde auch recht schnell gefunden, denn bereits im vergangenen Jahr hat man mit einer Rundfahrt rund um Oberbayern gute Erfahrungen gemacht. »Das hat so gut funktioniert, dass wir das jetzt eben ausbauen«, sagt Dashuber.

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Jetzt geht es eben einmal quer durch Deutschland. Und die Idee kommt gut an, denn die 40 Startplätze waren schnell vergeben. 39 Männer und eine Frau nehmen die Herausforderung an. Sie werden zusammen 42 400 Kilometer zurücklegen und damit quasi einmal die Welt umrunden.

Jeder Fahrer hat mindestens einen Paten

Und mit jedem dieser Kilometer wird geholfen. Das Prinzip, das dahinter steckt, ist einfach erklärt. Jeder Teilnehmer hat mindestens einen Paten, der sich bereit erklärt, zu spenden – »Kilometergeld« quasi. »Die Paten können Firmen, aber auch Freunde oder Bekannte sein«, informiert Dashuber, »und natürlich kann ein Fahrer auch mehrere Paten haben.« Und: Die Spendensumme ist dabei frei wählbar. Einige geben pro gefahrenen Kilometer Geld, andere spenden eine beliebige Summe. Die Starter leisten übrigens gleich einen doppelten Beitrag, denn neben ihrer Muskelkraft kommen sie auch für ihre Unkosten selber auf.

Das gesammelte Geld durch die Sponsoren kommt dann in einen Spendentopf und mit dem erradelten Geld werden ausschließlich Kinderhilfsprojekte unterstützt. »Und das zu 100 Prozent«, betont Gerhard Dashuber stolz. Unterstützt werden etwa die Sternstunden des Bayerischen Rundfunks, die Initiative krebskranke Kinder München oder die Kinderkrebshilfe Balu des BRK-Kreisverbands Altötting. Der Verein hat sich auch ein Ziel gesetzt, 30 000 Euro soll die Aktion im Juni bringen – und schon jetzt ist die Unterstützung enorm, rund 23 000 Euro liegen schon jetzt im Spendentopf.

Von diesem Hilfskonzept war auch Gerhard Niedermeier sofort vollends überzeugt. Der Sondermoninger ist einer der 40 Radfahrer aus ganz Deutschland, die die Herausforderung annehmen werden. »Ich war schon bei einigen Veranstaltungen des Vereins dabei und verfolge den Verein auch seit einiger Zeit«, sagt er. »Es ist einfach schön, wenn man seine Leidenschaft ausüben und damit auch noch Gutes tun kann.«

Doch man kann eben auch nicht einfach mal so 1060 km auf dem Rennrad zurücklegen. Deshalb achtete Gerhard Dashuber schon bei der Auswahl der Starter darauf, dass diese eine gewisse Erfahrung mit solchen langen Touren haben. Und natürlich trainieren die 40 Teilnehmer jetzt auch schon seit geraumer Zeit – und zuletzt gab's auch eine erste gemeinsame Vorbereitungsfahrt an den Gardasee. Dabei wurden beispielsweise auch die Pausen geübt. Alle vier Stunden gibt es eine 15-minütige Unterbrechung, in der man sich etwa umziehen oder Proviant für die Weiterfahrt aufgefüllt werden kann. Denn gegessen wird hauptsächlich auf dem Rad. Nur am Sonntagmorgen ist in Waldsassen eine längere Frühstückspause geplant, um nochmals Kraft für die letzten rund 350 km zu tanken.

Vor allem die Nacht wird hart werden, betont Niedermeier. »So zwischen drei und vier Uhr nachts hat man einen Tiefpunkt«, weiß er. »Da helfen einem aber dann natürlich die Gespräche mit den Nachbarn.« Und irgendwann, spätestens wenn die Sonne aufgehe, sei man dann über den Punkt drüber. »Dann geht's wieder.« Und zu aller größten Not könne man ja auch in eines der Begleitfahrzeuge einsteigen, betont Dashuber.

Er arbeitete die Strecke gemeinsam mit ein paar befreundeten Radfahrern aus. Sie führt teilweise auf Nebenstraßen, aber natürlich auch auf Bundesstraßen. Gefahren wird in zwei Gruppen zu je 20 Radfahrern – auch aus Gründen der Sicherheit, die bei den Organisatoren sehr groß geschrieben wird. »Alle Fahrer sind mit einem zugelassenen Licht ausgestattet. Zudem tragen sie Leuchtwesten. Wir sind gut zu sehen und wir sind gut vorbereitet«, versichert Dashuber.

Das Abenteuer beginnt für die Gruppe am Donnerstag, 21. Juni. Dann geht's mit einem Reisebus nach Flensburg. 58 Leute gehören dem Tross an – neben den 40 Fahrern sind auch noch 18 Betreuer dabei. Sie werden die Begleitfahrzeuge fahren und sie sind vor allem bei den Pausen gefragt. »Auch unser Begleiter leisten auch enorm viel«, betont Gerhard Dashuber. In den Begleitfahrzeugen befinden sich übrigens unter anderem 800 Liter Wasser, 2000 Energieriegel und rund 50 Kilogramm Bananen, damit auf der Fahrt die Verpflegung gewährleistet wird.

Der Freitag in Flensburg dient der Vorbereitung, der Startschuss für die Tour fällt dann am Samstag um 4.30 Uhr. Jede Pause ist genau geplant – und um die Zeiten einzuhalten, muss immer ein Schnitt von rund 29 km/h erreicht werden. Für die letzten Kilometer haben Dashuber und Niedermeier übrigens auch noch einen großen Wunsch. »Da wäre es schön, wenn uns auch Leute an der Strecke anfeuern würden.« Die Ankunft in Oberwössen ist am 24. Juni gegen 20.30 Uhr geplant. Dort läuft dann schon einige Stunden die Benefizparty, die die Feuerwehr Oberwössen organisieren wird. Und auch hier kommen die Einnahmen den Kinder-Hilfsorganisationen zugute. Rundherum also einfach eine tolle Aktion!

Weitere Informationen über den Verein gibt es auch unter www.radelnundhelfen.de im Internet. Dort kann man sich auch die einzelnen Fahrer und ihre Ziele ansehen sowie das Spendenportal abrufen. SB