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Einsatzgruppe der Wasserwacht: Schon jetzt mehr Einsätze als 2018

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Bergen: Wasserwacht-SEG hat schon jetzt mehr Einsätze als 2018
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Die Schnelleinsatzgruppe Bergen zieht eine positive Zwischenbilanz. Im Foto links Thomas Steinbeißer (Ortsgruppenleiter der Wasserwacht Ortsgruppe Bergen) und rechts Maximilian Steinbeißer (Technischer Leiter). Foto: Wasserwacht Bergen

Die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) unterhält im Landkreis Traunstein neben den stationären Wasserwachtstationen an Seen und in Schwimmbädern auch drei mobile Schnelleinsatzgruppen (SEG), um die Wasserrettung flächendeckend im gesamten Landkreisgebiet leisten zu können. Die jüngste SEG ging vor gut einem Jahr in Bergen an den Start. Die Zwischenbilanz der Bergener Wasserretter fällt positiv aus.


»Bei den ersten Einsätzen waren wir alle noch sehr aufgeregt, weil uns natürlich die Erfahrung als SEG gefehlt hat. Aber das Team spielt sich immer besser ein und die Abläufe klappen mittlerweile gut. Im ersten Halbjahr 2019 hatten wir bereits doppelt so viele Einsätze, als im ganzen ersten Jahr«, berichtet Maxi Steinbeißer, Leiter der SEG und Technischer Leiter der Wasserwacht Bergen.

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Die SEG in Bergen wurde in erster Linie für mobile Einsätze im südlichen Landkreisgebiet gegründet und kommt vorwiegend bei Zwischenfällen an Traun und Tiroler Achen zum Einsatz. »Wir haben ein Tablet mit Flusskarten im Auto, um den besten Zufahrtsweg für den jeweiligen Einsatz schnellstmöglich ermitteln zu können«, erklärt Steinbeißer. Bei entsprechender Alarmierung rücken die Bergener Wasserretter aber auch landkreisweit und bei Bedarf sogar landkreisübergreifend aus.

Das Team der SEG Bergen umfasst derzeit 17 ehrenamtliche Wasserretter und bildet den einzigen Bootstrupp. Die anderen beiden Schnelleinsatzgruppen in Obing und Tengling-Törring sind jeweils Tauchtrupps. Bei einem Notfall an einem Gewässer sind die Bergener Wasserretter via Funkmeldeempfänger und SMS rund um die Uhr alarmierbar und eine Fahrzeugbesatzung rückt dann sofort aus. Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, findet alle zwei Wochen ein Übungs- und Ausbildungsabend statt. Interessierte und Quereinsteiger sind dazu willkommen. »Wir können personelle Unterstützung gebrauchen.«

Zu den Einsätzen rückt die SEG Bergen mit ihrem neuen Einsatzfahrzeug aus. Dieses bietet Platz für den Fahrzeugführer, den SEG-Leiter und drei Wasserretter und zieht einen Bootsanhänger mit einem Flachwasser- und einem Schlauchboot. Das Flachwasserboot wird beispielsweise bei Hochwasser, Evakuierungen oder der Absicherung von Wassersportveranstaltungen gebraucht. Die Bergener Wasserretter haben es von einem anderen Wasserwachtstützpunkt übernommen und in mühsamer Eigenleistung auf Vordermann gebracht. Das Schlauchboot ist für Einsätze in Fließgewässern vorgesehen. Hierbei handelt es sich zumeist um Vermisstensuchen.

Im 3,8 Tonnen schweren Einsatzfahrzeug befinden sich allerhand Ausrüstungs-material und Technik, die für die Einsätze an verschiedenen Gewässern und zu verschiedenen Jahreszeiten benötigt werden. Dazu zählen unter anderem vier komplette Wasserretter-ausrüstungen, Trockenanzüge für verschmutzte Gewässer, Fließgewässersätze (Leinen, Karabiner, Rollen usw.), ein Defibrillator, ein Sanitätsrucksack, LED-Strahler, Digitalfunkgeräte oder ein aufblasbares Eisrettungsgerät. Unterstützt wird die Arbeit der Bergener Wasserwacht von ihrem Förderverein. »Dafür sind wir sehr dankbar. Ohne den Förderverein wäre es nicht möglich, die SEG zu betreiben«, sagt Steinbeißer.

Neben der SEG leisten die ehrenamtlichen Aktiven der Wasserwacht Bergen an Wochenenden und Feiertagen auch den Wachdienst im Bergener Schwimmbad. Zudem gibt es eine sehr aktive Nachwuchsarbeit. Derzeit werden 44 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 15 Jahren an die Wasserrettung herangeführt. Neben der Schwimmausbildung und dem Erlernen der Erste-Hilfe-Grundlagen stehen auch viele gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten auf dem Programm. fb