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Eintracht will letzten Schritt in Gruppenphase gehen

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Armin Veh mahnt vor zu lockerer Stimmung. Foto: Zurab Kurtsikidze Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Der Bundesliga-Fehlstart ist abgehakt, die Gruppenphase der Europa League so gut wie erreicht - und doch gibt Armin Veh in diesen Tagen den Grantler.


Dem Trainer von Eintracht Frankfurt schmeckt es überhaupt nicht, dass außer ihm offenbar kaum jemand das Playoff-Rückspiel gegen FK Karabach Agdam ernst nimmt. Trotz des beruhigenden 2:0-Polsters hat Veh daher im Vorfeld geheim trainieren lassen und der Mannschaft intensiv ins Gewissen geredet. »Der Trainer hat uns gewarnt, dass wir nicht sicher sein dürfen«, plauderte Stefan Aigner aus dem Nähkästchen.

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Der Mittelfeldspieler hat Vehs mahnende Worte offenbar schnell verinnerlicht. »Wir müssen wieder das abrufen, was wir in den letzten Spielen gezeigt haben. Es ist ja nicht so, dass die nichts können. Wir dürfen nicht denken, dass wir mit 80 Prozent ans Ziel kommen«, sagte Aigner.

Angesichts der Euphorie im Umfeld ist das leichter gesagt als getan. Fans und Vorstand waren sich schon nach dem Hinspiel sicher: Europa, wir kommen! Mit einer konzentrierten Leistung wollen die Hessen vor heimischer Kulisse nun den letzten Schritt gehen. »Wir werden voll draufgehen und das Publikum mitreißen«, versprach Aigner. »Es ist einfach geil, in der Europa League spielen zu können.«

Bayern (0:1), Baku (2:0), Braunschweig (2:0) - nach dem 1:6-Debakel zum Saisonauftakt bei Hertha BSC ist die Eintracht zuletzt immer besser in Schwung gekommen. »Jetzt sind wir in der Saison drin. Wir überzeugen läuferisch und kämpferisch - und sind spielerisch auch nicht blind«, befand Aigner.

Den Worten sollen vor rund 46 000 Fans Taten folgen. »Wir wollen Tore machen und hinten zu Null spielen«, formulierte Abwehrchef Carlos Zambrano das Ziel. Denn die Frankfurter sind heiß auf weitere Reisen durch Europa. »Wir freuen uns alle riesig, dass wir dabei sind«, betonte Zambrano.

Glänzende Augen bekommt auch Aigner, wenn er über den internationalen Wettbewerb spricht. »Für mich ist das etwas ganz Besonderes. Ich komme aus der zweiten Liga und spiele schon in meiner zweiten Saison bei der Eintracht in der Europa League. Deshalb wäre es ein Traum, wenn wir in die Gruppenphase einziehen.«

Ernsthaft zweifeln tut daran wohl selbst Veh nicht. Der 52-Jährige will nach zuletzt zwei Siegen aber gar nicht erst einen Schlendrian einziehen lassen und fordert daher höchste Konzentration auf Karabach. Zum Gastspiel von Borussia Dortmund drei Tage danach durften sich die Spieler im Vorfeld jedenfalls nicht äußern.