Bildtext einblenden
Noch eine Kleinigkeit zu Weihnachten für die Enkelkinder sucht diese Kundin an der Theke des Modehauses Heppel aus. Geschäftsführer Peter Randlinger und seine Mitarbeiterin Geo beraten die Kundin. (Foto: Rasch)

Einzelhändler rechnen im Weihnachtsgeschäft mit deutlich weniger Umsatz

Traunreut – Für den Traunreuter Einzelhandel mit Ladengeschäften ist das Weihnachtsgeschäft enttäuschend. Händler, die nur Geimpfte und Genesene (2G) reinlassen dürfen, rechnen mit deutlich weniger Umsatz, als im Vergleichszeitraum 2019, also vor der Corona-Pandemie, wie eine Umfrage des Traunsteiner Tagblatts ergab.


»Es ist deutlich weniger geworden und man merkt, dass die Leute keinen Bock auf die scheinbar ewigneuen Corona-Regeln haben«, sagt der Geschäftsführer des Modehaues Heppel an der Ecke Kantstraße/Eichendorffstraße, Peter Randlinger. »Wir merken 2G schon und manche Kunden rufen auch bei uns an, ob wir wieder geöffnet haben«, erklärt Randlinger. Trotz der Einschränkungen ließen sich die Kunden die Weihnachtsfeiertage und Silvester aber nicht vermiesen. »Unsere Kunden gönnen sich durchaus was. Große Themen für die Feiertage sind festliche Blusen mit einem Pollunder darüber.«

Im vergangenen Jahr gab es um diese Zeit einen Lockdown. Die Geschäfte waren von Mitte Dezember bis 10. Januar 2021 geschlossen. Dass es auch heuer kurz vor Weihnachten verschärfte Regeln gibt, ist auch für das Möbelhaus Jobst bitter. Aber: »Zunächst sind wir froh, dass wir wieder offen haben dürfen«, sagt der Geschäftsinhaber Gerhard Jobst. Auch Jobst beklagt Umsatzeinbußen: »Es kommen etwas weniger Kunden.«

Bescheiden verlief das Weihnachtsgeschäft im Wäscheladen »Fesche Wäsche und Meer«. Das Geschäft an der Kantstraße, das erst Mitte 2019 eröffnet hat, beklagt massive Einbrüche. »Wir rechnen mit Umsatzeinbußen von 50 Prozent. Und das ist realistisch«, betont Ingeborg Farger-Hartl. Durch die 2G-Regel würden viele Kunden vor der Türe wieder kehrtmachen. Wenn man der Pandemie als Wäsche-Hersteller oder Geschäft etwas Positives abgewinnen könne, dann wegen des Trends zu bequemer Mode für daheim. Diese sei nach wie vor gefragt und viele Hersteller hätten sich dieser neuen Marktnische angepasst.

Auch im Elektrofachmarkt Expert an der Werner-von-Siemens-Straße hinterlässt die 2G-Regel deutliche Spuren. Man spüre die Kaufzurückhaltung der Kunden, erklärt die Geschäftsführerin Hildegard Huber. Bei Expert ist der Kunde aber nach wie vor König: Ob geimpft oder nicht geimpft: »Wir versuchen jeden Kunden zufriedenzustellen. Durch einen großzügigen Eingangsbereich besteht in dem Elektrofachmarkt die Möglichkeit, die Kunden ohne Impfbescheinigung am Tresen abzufangen und separat außerhalb des Geschäfts zu bedienen. »Bisweilen sind wird damit sehr gut gefahren«, so Huber. Das Traunreuter Geschäft verfügt auch über einen gut gehenden Online-Handel. Heuer waren im Weihnachtsgeschäft Handys, Notebooks und Großbildschirm-Fernseher die Renner.

Ein »beherzter Weihnachtseinkauf« wie in früheren Zeiten sei nicht spürbar, sagt der Inhaber des gleichnamigen Schuhgeschäfts an der Eichendorff-Straße, Peter Wagner. Seine Branche zählt zwar zu den sogenannten systemrelevanten Geschäften – hier muss kein 2G-Nachweis erbracht werden – doch auch er vermisst bei seinen Kunden die Einkaufsstimmung.

Der Vorsitzende der ARGE-Werbegemeinschaft, Peter Klück, äußerte sich zur aktuellen Lage wie folgt: »Im Moment ist alles sehr verhalten. Die 2G-Regel-Umsetzung ist für die betroffenen Einzelhändler desaströs. »Wir alle hoffen auf eine baldige Besserung.«

ga