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"Fit durch unser Gmoa" mit erfrischender Abschlussgaudi

Eisbaden im Königssee: Nix für "Warmduscher"

Mutige Badegäste im eiskalten Königssee. Foto: Tessnow

Schönau am Königssee – Kneippen mit Pudelmützen? Gesunde Foltermethode? Wer am Sonntagnachmittag auf der Suche nach dem besonderen Adrenalinkick war, wurde am Ufer des Königssees beim »Echostüberl« fündig.


Planschen bei Minustemperaturen war angesagt. Selbst die Hartgesottesten konnten ihre Grenzen checken. Auch heuer hatten wieder viele Teilnehmer und Schaulustige Spaß am Kälteschocktest im Rahmen des Gesundheitsprojekts »Fit durch unser Gmoa«. Initiatoren Dr. Caren Lagler und Schönaus Bürgermeister Hannes Rasp gelang eine einprägsame Schlussveranstaltung. Sogar Pater Kajetan Filipowicz machte begeistert mit.

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Für den »Normalo« erzeugt bereits die kalte Brause einen lauten Schrecksprung aus der Duschkabine. Und einigen ist selbst im Hochsommer der Königssee noch zu kalt, um dort baden zu gehen. Aber jetzt im Winter? Lufttemperatur 7 Grad – Wassertemperatur 4 Grad Celsius. Am Ufer des Königssees aufgeregtes Geschnatter. »Mei! Ganz schön kalt!« Selbst die Enten waren irritiert, was sich die Menschheit so alles einfallen lässt und paddelten schleunigst aus ihrem Revier.

Was wie spinnerte Wichtigtuerei anmutete, hatte natürlich einen ganz anderen Hintergrund und war Höhepunkt des Gesundheitsprojekts aus Ernährungs-, Bewegungs- und Entspannungsprogramm »Fit durch unser Gmoa«. Das Abschlussevent ist alljährlich eine »Mordsgaudi« für Aktive und Passive zugleich. Selbstverständlich wird das Eisbaden zur Stärkung des Immunsystems und Verbesserung der Durchblutung medizinisch betreut. Denn bei Unvorsicht besteht die Gefahr, der Herzfrequenzsenkung oder Beeinträchtigung der Muskelfunktionen. Dazu Hauptinitiatorin Dr. Caren Lagler: »Man muss ja nicht komplett reingehen; ein Kneippen bis zur Mitte der Wade ist auch sehr gesundheitsfördernd und reicht völlig aus«, betonte die Marktschellenberger Ärztin.

Das Resümee des Konzepts konnte sich sehen lassen. 500 Personen haben insgesamt am dreiwöchigen Programm teilgenommen. Nach dem die Eisbader eine schriftliche Erklärung unterzeichneten und ihre »eigene Verantwortung« bestätigten, konnte es losgehen. Geschätzte 30 Mutige gingen zu Wasser; manche schwammen sogar und es wurde viel gelacht. Danach konnten sie von Mitorganisatorin Alexandra Baschek von der Tourist-Information Schönau ihre Urkunde in Empfang nehmen.

Werner Bauer vom Hofbrauhaus Berchtesgaden setzte durch seine kurze und knackige Moderation pünktlich den Startschuss. Die meisten standen schon in Badehose und Wolldecken parat und so nahm er Rücksicht und spannte die leicht Bibbernden nicht auf die Folter.

»Planschen ist prima«, dachte sich auch Schönaus Bürgermeister Hannes Rasp. Seine Anwesenheit krönt jährlich den Höhepunkt des Programms. »Das Gesundheitsprojekt wird es auch im nächsten Jahr wieder geben«, sprach er stolz in das Mikrofon.

Kontrollierende Unterstützung leistete die Wasserwacht Berchtesgaden unter der Leitung von Elke Schneider. In Neoprenausrüstung gab man acht, um gegebenenfalls Hilfe zu leisten. Auch die beiden Schönauer Feuerwehren waren vor Ort. Sie bereiteten Warmwasserwannen vor, um die Füße wieder anschließend auf Normaltemperatur zu bringen. Auch ein Aufwärmzelt wurde installiert; die Umkleide mit »Buam« und »Dirndl« getrennt. Die Schifffahrt Königssee stellte einen Baumstamm zur Verfügung. Sinn: Zersägen als Aufwärmprogramm. Pater Kajetan Filipowicz zeigte hier besonderes Engagement.

Auch die Kinder hatten ihren Spaß. Sie konnten am Feuer Stockbrot backen. Ein DJ legte auf und Glühwein und Gulaschsuppe sorgten ergänzend für warme Innentemperaturen. Wer die Resultate seiner Körperfettmessung schwarz auf weiß erfahren möchte, den lud Dr. Caren Lagler zum analytischen Werteergebnisgespräch in ihre Praxis ein. Interessenten werden gebeten sich telefonisch anzumelden. Jörg Tessnow