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Eisschnellläuferin Pechstein will «mit Spaß» neue Rekorde

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Claudia Pechstein
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Claudia Pechstein kann sich in Amsterdam als älteste Teilnehmerin der WM-Geschichte feiern lassen. Foto: Hendrik Schmidt Foto: dpa

Nach der Olympia-Pleite sind für deutsche Eisschnellläufer auch bei den letzten Titelkämpfen des Winters Medaillen nicht drin. Und doch gehen die Deutschen erwartungsfroh in die Mehrkampf-WM auf einer Freiluftbahn. Claudia Pechstein knackt zumindest Altersrekorde.


Amsterdam (dpa) - Bei der Jubiläums-Show im altehrwürdigen Amsterdamer Olympiastadion von 1928 begeben sich die besten Eisschnelllauf-Allrounder zum ersten Mal seit 17 Jahren zu ihrer letzten Weltmeisterschaft dieses Winters wieder auf eine Freiluftbahn.

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Claudia Pechstein will dabei «nur Spaß» haben, strebt aber nebenbei neue Altersrekorde an. Mehr als 60 000 Zuschauer werden zum Championat 125 Jahre nach der ersten WM 1893 erwartet, zumal die holländischen Eis-Ikonen Sven Kramer und Ireen Wüst zu den heißesten Bewerbern um die Mehrkampf-Titel gehören.

Mit nun 46 Jahren und 15 Tagen darf sich Claudia Pechstein in Amsterdam zum WM-Beginn am Freitag als älteste Teilnehmerin der WM-Geschichte feiern lassen. Sie löst die Neuseeländerin Ans Kremer ab, die vier Tage vor Vollendung ihres 46. Geburtstages 1989 in Lake Placid Platz 28 belegt hatte. Ihre WM-Premiere hatte sie jedoch viel später gefeiert als Pechstein, an ihrem 37. Geburtstag in Hamar.

Die deutsche Rekordmeisterin Pechstein geht in Amsterdam zum 22. Mal bei einer Mehrkampf-WM an den Start - auch dies ist eine Bestmarke. Sie ist die einzige noch aktive deutsche Eisschnellläuferin, die wie alle anderen noch lebenden Weltmeister - unter ihnen Anni Friesinger-Postma, Andrea Schöne-Ehrig und Karin Kania-Enke - als Ehrengast zum Empfang ins Amsterdamer Rijksmuseum eingeladen wurde. Ihre erste WM hatte die Berlinerin mit 19 Jahren bestritten, 1992 in Heerenveen wurde sie Sechste. «Diese WM wird ein besonderes Erlebnis. Deshalb bin ich froh, dass ich dabei sein kann», sagte Pechstein.

Das Erreichen des 5000-Meter-Finals der besten acht Läuferinnen käme für die Berlinerin angesichts ihrer Schwächen auf den 500 Metern und der Klasse der Konkurrenz aber «einer Sensation» gleich. Sie könnte Augenzeuge werden, wie sich Ireen Wüst, Hollands erfolgreichste Olympionikin, zum siebten Mal das Mehrkampf-Gold und damit ihren insgesamt 16. WM-Titel sichert. Sie würde damit den Rekorden von Gunda Niemann-Stirnemann (achtmal Mehrkampf-WM/19 WM-Titel insgesamt) einen weiteren Schritt näher rücken. «Ich möchte Gunda als Rekord-Weltmeisterin im Mehrkampf ablösen», betonte die 31 Jahre alte Wüst, die noch mindestens zwei Jahre weitermachen wird.

Ihr Landsmann Sven Kramer ist schon seit Jahren unangefochtener Rekord-Weltmeister. Der Superstar aus Heerenveen strebt in Amsterdam seinen zehnten Mehrkampf-Titel an und könnte seine Bilanz auf insgesamt 29-WM-Titel verbessern. Nach der WM-Absage von Patrick Beckert wegen der Nachwirkungen eines Infekts trägt Moritz Geisreiter aus Inzell als einziger die deutschen Hoffnungen bei den Männern.

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