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Eklat bei Salzburger Festspielen

Alexander Pereira’s Vertrag wird nicht verlängert, spätestens 2016 wird er Salzburg wieder verlassen. (Foto: Wildbild)

Nach heftigen Diskussionen über das Budget der Salzburger Festspiele und einem offensichtlich zerrütteten Verhältnis zwischen dem Kuratorium und Intendant Alexander Pereira wurde nun bekannt, dass der Vertrag mit Pereira über 2016 hinaus nicht verlängert wird. Das sagte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden nach einer Kuratoriumssitzung. Zuvor hatte es einen Streit gegeben, weil sich Pereira nicht an das vorgegebene Budget von 60 Millionen Euro halten wollte. Mittlerweile wünscht er in einem Interview mit dem Tageszeitung »Kurier« dem Kuratorium »viel Glück bei der Suche nach einem neuen Intendanten«.


Schon im Vorfeld der Kuratoriumssitzung hatte es zwischen Salzburgs Bürgermeister Schaden als Kuratoriumsmitglied und Pereira Zoff gegeben. Schaden wollte, dass das genehmigte Budget für 2013 in Höhe von 60 Millionen Euro eingehalten wird, Pereira wollte ein Gesamtbudget von 64,3 Mio. Euro genehmigt haben. Trotz einer zweifach beschlossenen Deckelung des Budgets hat das Kuratorium in der Sitzung dann zwar 62 Millionen Euro genehmigt, die fehlenden 2,3 Millionen Euro müssen die Festspiele allerdings selbst durch mehr Kartenverkäufe und Sponsoring hereinbringen.

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»Wenn dies nicht gelingt, dann verringert sich das Budget 2014 um diese 2,3 Millionen Euro«, so Schaden. Der Bürgermeister reagierte sauer auf diese Überziehung, er wünsche sich, dass wie in den vergangenen Jahren Rücklagen, gebildet werden und nicht jedes Jahr mehr Geld als veranschlagt ausgegeben wird. Gerüchten zufolge verhandelt Pereira bereits seit geraumer Zeit mit der Mailänder Scala, dies hatte ihm Bürgermeister Schaden vorgeworfen. Schaden beschreibt den »Rauswurf« Pereiras so: »Er wollte von uns wissen, wie es nach 2016 weitergeht. Jetzt weiß er es: nämlich gar nicht.«

Pereira hat unterdessen Gespräche mit der Mailänder Scala bestätigt. In Salzburg sei man beleidigt, nur weil er es gewagt habe, mit Mailand zu reden.

Das politisch besetzte Kuratorium erhebt dagegen neue Vorwürfe gegen Pereira. So soll der Intendant Unterlagen seines Budgets nicht an die für Finanzen zuständige Festspielpräsidentin Rabl-Stadler übergeben haben. Nach Ansicht Schadens nimmt Pereira die Festspielpräsidentin nicht ernst, das Verhältnis der Beiden soll zerrüttet sein. Hinter vorgehaltener Hand wird ein früherer Abgang von Pereira, zum Beispiel bereits 2015, als eine »Erleichterung« gesehen. hud