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Elf junge Leute pflanzten 2960 Bäume in Berchtesgadener Wäldern

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Berchtesgaden: Elf junge Leute pflanzten 2960 Bäume in Talkessel-Wäldern
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Geschafft: Diese elf jungen Leute aus sieben verschiedenen Ländern haben zehn Tage anstrengende Arbeit hinter sich. Projektleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein Christian Thaler (r.) ist stolz auf seine Truppe. (Foto: Wechslinger)

BerchtesgadenElf junge Leute haben in den vergangenen Wochen im Rahmen des »Internationalen Jugendworkcamps« in Berchtesgadener Wäldern 2 960 Bäume gepflanzt. Die Frauen und Männer kommen aus Belgien, Italien, Japan, Mexiko, Russland, der Türkei und auch aus Deutschland.


Am Gröllberg in der Ramsau wurden 1725 und in Berchtesgaden am Zinken sowie am Obersalzberg 1235 Bäume gepflanzt. Zum Einsatz kamen überwiegend Buche, Lärche und Tanne sowie in geringeren Anteilen Bergahorn, Berg-Ulme und Fichte. Der von Fichten dominierte Bergwald soll so in stabile Mischwälder umgewandelt werden, die auch dem Borkenkäfer, Sturmszenarien und Schneedruck standhalten.

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Dadurch soll der Wald auch seine Funktion gegen Hochwasser, Lawinen und Steinschlag dauerhaft erfüllen. Ferner bietet der Mischwald ein schöneres Landschaftsbild und einen besseren Bodenschutz.

Darüber hinaus wurde am Salzberg eine Weiserfläche errichtet. Dabei handelt es sich um eine rund 100 Quadratmeter große, umzäunte Fläche, mit der die Auswirkungen des Wildes auf die Waldverjüngung eingeschätzt werden kann.

Die Fläche wird jährlich begangen und es werden Vergleichsmessungen mit nicht-umzäunten Flächen durchgeführt. Weiserflächen sind ein einfaches Mittel, um aufzuzeigen, wie groß das Verjüngungspotenzial von Waldbeständen ist, wie sich die Verjüngung entwickelt und wie die Flächen durch Schalenwildverbiss, andere Pflanzenfresser, die Wuchspotenziale des Standortes oder durch unterschiedliche Konkurrenzkraft der Pflanzen beeinflusst werden.

Im Vergleich zu einer benachbarten ungeschützten Vergleichsfläche können so Unterschiede festgesellt werden. Die Diskussionen zwischen Waldbesitzern, Jagdgenossenschaften und Jägern sollen versachlicht werden und zu partnerschaftlichen Dialogen führen.

Organisiert wurde die Maßnahme von der Bergwaldoffensive der Bayerischen Forstverwaltung, die auch die Arbeitskräfte und das Arbeitsmaterial stellte. Die Pflanzen stammen aus einer Spende der »Helvetia Versicherung«.

Die Waldbesitzer sind für den anschließenden Unterhalt der Fläche zuständig. Dabei geht es um das Ausgrasen, das Nachlichten und in Absprache mit der Jägerschaft um den Schutz des Wildes. Neben dem wichtigen Pflanzen von Bäumen dient die Veranstaltung auch der Völkerverständigung. Dies hob auch Waldbesitzer Dieter Waldenburg vom Salzberg besonders hervor. Waldenburg arbeitete fleißig mit und verpflegte die jungen Leute bestens.

Nach der anstrengenden Arbeit verbringt die internationale Gruppe noch ein gemütliches Wochenende im Berchtesgadener Land. Ein Höhepunkt ist dabei die Exkursion durch einen Teil des Nationalparks. cw