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Email-Sicherheit: Effektiver Schutz vor Spam und Phishing

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Die Kommunikation per E-Mail ist längst etablierter Standard: Während das Verschicken von Nachrichten an Freunde und Verwandte zunehmend über Messaging-Dienste stattfindet, haben E-Mails in der Geschäftswelt, in der Kommunikation mit Onlineshops sowie in jedem Impressum einen festen Platz: Schon 2014 wurden allein Deutschland über 500 Milliarden Mails versandt – unerwünschte Nachrichten (Spam) ist dabei sogar ausgenommen. Das ruft natürlich auch Internetkriminelle auf den Plan, die versuchen über Phishing-Angriffe an sensible Daten zu gelangen. Wie man sich am effektivsten vor Spam und Phishing-Attacken schützen kann, verrät der folgende Ratgeber. 


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Die eigene E-Mail-Adresse schützen

Grundsätzlich sollte die eigene E-Mail-Adresse nicht leichtfertig verbreitet oder öffentlich gemacht werden: Denn sogenannte E-Mail-Harvester (E-Mail-Ernter) durchkämmen das ganze Internet automatisiert nach E-Mail-Adressen. Die Programme durchforsten die Quelltexte von Internetseiten, durchsuchen Mailinglisten, Foren oder Social-Media-Seiten nach E-Mail-Adressen und filtern die nötigen Informationen anhand der typischen E-Mail-Syntax (@-Zeichen, Punkte vor Top-Level-Domains etc.) heraus. An die so ermittelten Adressen wird dann meist Spam oder gar Schadsoftware (Trojaner) verschickt. In letzterem Fall spricht man vom sogenannten Phishing, wenn es dem via Mail verbreiteten Trojaner gelingt, sensible Daten des Opfers zu "angeln". Inzwischen enthalten viele Mails auch Trojaner, die Systeme lahmlegen und Lösegeld für die Freigabe fordern – die aber nach einer Zahlung natürlich nicht garantiert ist. Wer seine Mailadresse also im Netz veröffentlichen möchte oder muss – zum Beispiel im Zuge der Impressumspflicht für Webmaster – sollte zumindest Schreibweisen nutzen, die sich nicht ohne weiteres maschinell auslesen lassen – zum Beispiel das "@" mit "[at]" umschreiben. Besser noch: Die Mailadresse als Grafik einbinden oder per Redirect auf die E-Mail-Adresse verweisen. Wie das alles funktioniert und wie man seine E-Mail-Adresse sicher im Netz veröffentlichen kann, erklärt dieser Artikel.

Mit Verstand und der passenden Software Phishing verhindern

Trotz solcher Vorsichtsmaßnahmen ist kaum eine Mailadresse wirklich sicher vor Spam und Phishing. Dubiose Angebote, leere Gewinnversprechen und Mails mit angehängter Schadsoftware können theoretisch jeden erreichen – vom Privatanwender bis zu großen Konzernen. Um im Fall der Fälle geschützt zu sein, sollte auf jedem Rechner die Firewall eingeschaltet und ein effektiver Anti-Viren-Scanner installiert sein. Bei Befall durch Viren oder Trojaner schlägt dieser Alarm und unterbindet den Fremdzugriff. Man sollte zudem unbedingt darauf achten, dass die Programme regelmäßig auf den aktuellsten Stand gebracht werden. Da laufend neue Bedrohungen durch das Netz geistern, müssen immer die neuesten Antiviren-Definitionen installiert sein. Nur so kann der lokale Schutz standhalten. Welches Antivirenprogramm 2016 das beste ist, hat PC-Welt in diesem Test ermittelt.

Grundsätzlich: Skepsis und Backups

Zu guter Letzt soll das wichtigste Instrument gegen Spam und Phishing nicht unerwähnt bleiben: Der eigene Verstand! Wer im Internet eine gesunde Portion Skepsis an den Tag legt und eingehende Mails nicht gedankenlos öffnet, nimmt den Viren-Scannern eine Menge Arbeit ab. Außerdem schützt man sich so auch vor Viren, die so neu sind, dass der Schutzsoftware sie noch nicht erkennen kann. Ein aktuelles und ebenso verheerendes Beispiel für die Wirkung noch nicht bekannter Schadsoftware ist die rasende Verbreitung des Trojaners "Locky" Anfang 2016. In der Anfangszeit von "Locky" hatten die gängigen Anti-Viren-Scanner noch keinen passenden Schutz parat. Da half Anwendern nur Vorsicht beim Öffnen von Mailanhängen, über die "Locky" vorwiegend verbreitet wurde. Da solche Trojaner ganze Systeme und Netzwerke lahmlegen können, empfiehlt es sich auch, regelmäßige Backups wichtiger Dateien zu erstellen und in Clouds oder auf externen Speichermedien zu sichern. (agm)

Bildrechte: Flickr Virus Yuri Samoilov CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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