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Emotionaler Start von Beiersdorfer beim HSV

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Dietmar Beiersdorfer ist der neue Chef beim Hamburger SV. Foto: Christian Charisius Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Dietmar Beiersdorfer kämpfte bei der Rückkehr in seine alte Heimat mit den Tränen. Fünf Jahre nach seinem Abschied als Sportchef ist der 50-Jährige neuer Hoffnungsträger des Hamburger SV.


«Ich bin mit Sicherheit kein Heilsbringer, aber der HSV ist mein Baby, und ich möchte dem Verein wieder eine Orientierung geben», sagte der neue Vorstandsvorsitzende bei seiner einstündigen emotionalen Vorstellung vor einem Dutzend Kameras und zwanzig Fotografen. Beiersdorfer startet mit neuen Ideen, die Zukunft von Sportdirektor Oliver Kreuzer beim Fußball-Bundesligisten ließ er offen. «Wir werden uns noch einmal in Ruhe zusammensetzen, es gibt noch keine Entscheidung», erklärte der frühere Profi.

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Nach nur einem Jahr steht Kreuzer bei den Hanseaten nach der verkorksten letzten Saison in der Kritik. Die Hamburger hatten den Abstieg aus der Bundesliga erst in der Relegation verhindert. Ein Lob erhielt dagegen der Trainer: «Mirko Slomka hat nicht den Boden unter den Füßen verloren, analog zu Joachim Löw». Die Demut, die die Nationalmannschaft und der Bundestrainer nach dem 7:1 gegen Brasilien gezeigt hätten, imponiere ihm sehr.

«Auf der Kultur des Miteinanders und der Geschlossenheit, die vom Respekt lebt, will ich dafür sorgen, dass wir wieder ein richtiger Fußball-Club sind. Weniger reden und mehr machen. Die Nationalmannschaft dient als Vorbild», betonte Beiersdorfer. Der DFB und Fußball-Deutschland könnten unglaublich stolz auf diese Mannschaft sein.

Finanziellen Spielraum für Verstärkungen hat der mit einem Vierjahresvertrag ausgestattete Franke allerdings derzeit nicht. Nach den gerichtlichen Verzögerungen bei der Installierung der Fußball AG soll Investor Klaus-Michael Kühne nun um konkrete Millionen-Unterstützung gebeten werden. Dabei wird sich Beiersdorfer nach seiner Zeit bei Red Bull und in Sankt Petersburg, wo ihm viele Wünsche erfüllt wurden, umstellen müssen. Wegen der 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten kann der HSV-Kader auch nach dem Abschied von Hakan Calhanoglu nur punktuell verstärkt werden.

Unterstützt wird Beiersdorfer im Vorstand von Marketingchef Joachim Hilke und dem Ex-Vorsitzenden Carl Jarchow, der vor allem die Anhänger wieder ins Boot holen soll, die sich nach Gründung der AG abgewandt haben. «Es geht nicht nur darum, ein, zwei Spieler zu holen, es geht um viel mehr. Ich möchte eine Kultur schaffen, so dass alle HSVer wieder aufrecht gehen können», betonte der ehemalige Abwehrspieler - stolz präsentierte der neue Chef den Generalschlüssel für das Stadiongebäude.

Es müsse sich einiges verändern beim Bundesliga-16., ein Herzensanliegen von Beiersdorfer ist die Nachwuchsarbeit: «Wir haben die Wettbewerbsfähigkeit zu anderen Clubs verloren.» Er fordert professionellere Rahmenbedingungen, dazu müsse es eine Erweiterung auf mindestens sieben Fußball-Plätze am Volkspark geben. Zudem dürfte der ehemalige Nationalspieler noch einige Vertrauensleute mitbringen. Zu Personalien wollte er sich aber noch nicht äußern.