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Ende November weiterer verkaufsoffener Sonntag

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Der Ganghofersonntag im Oktober (Bild) und der Kraxnsonntag im April sind im Markt Berchtesgaden bereits etabliert. Nun wird es Ende November einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag im Ortszentrum geben. Foto: Anzeiger-Archiv/B. Stanggassinger

Berchtesgaden – Mit einem weiteren verkaufsoffenen Sonntag Ende November wollen die Aktiven Unternehmen Berchtesgaden den Markt Berchtesgaden als Einkaufszentrum noch attraktiver machen. Der Marktgemeinderat Berchtesgaden befürwortete einen entsprechenden Antrag am Montag mit drei Gegenstimmen (2. Bürgermeister Bartl Mittner, Michael Koller und Rosi Plenk). Damit gibt es ab sofort im Markt neben dem Kraxnsonntag (April) und dem Ganghofersonntag (Oktober) noch eine weitere sonntägliche Einkaufsgelegenheit.


Geschäftsleiter Anton Kurz verlas den Antrag der Aktiven Unternehmen Berchtesgaden, den diese auf ihrer Jahreshauptversammlung beschlossen hatten. Darin verweisen die Geschäftsleute auf die Konkurrenz in Freilassing und Bad Reichenhall, wo es dieses Angebot bereits seit Längerem gebe. »Wir sind gezwungen, zu handeln, um regionale Wettbewerbsnachteile zu vermeiden«, so die Aktiven Unternehmen. Sie versprechen sich mit einem weiteren verkaufsoffenen Sonntag Ende November auch eine Belebung des Wintertourismus.

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Michael Koller (Freie Wähler) erklärte, warum er dem Antrag nicht zustimmen werde. »Es wird sich meistens um den ersten Adventssonntag handeln. Für mich ist das nicht der richtige Auftakt für die stade Zeit.« Am ersten Adventssonntag sollte schon in erster Linie der christliche Gedanke zählen – außerdem gebe es ja schon an den Adventssamstagen längere Öffnungszeiten. Michael Koller ging davon aus, dass eine sonntägliche Geschäftsöffnung keine Umsatzsteigerung bringt, sondern nur zu einer Verlagerung der Umsätze von Samstag auf Sonntag führt.

Einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag hielt Helmut Langosch (Freie Wähler) schon für angebracht. Statt November wäre für ihn ein Termin zwischen den bisherigen verkaufsoffenen Sonntagen im April und Oktober aber geeigneter. Auch Rosi Plenk (Freie Wähler) hielt den Termin Ende November für schlecht, zumal es davor noch den langen Samstag gebe. Dass man am Adventssonntag ein gutes Geschäft mache, bezweifelte Rosi Plenk mit Hinweis auf den Spruch: »Saufen oder Kaufen«.

Auf die vielen Tagestouristen aus der Umgebung verwies Helmut Hölzlwimmer (CSU). »Es wäre schon von Vorteil, wenn sich da der Markt gut präsentiert.« Immerhin profitiere der Markt ja bei besseren Geschäften auch von der höheren Gewerbesteuer, womit wiederum Schulden abgebaut werden könnten. So sah es auch Peter Wiltsch (CSU), der darauf verwies, dass die verkaufsoffenen Sonntage grundsätzlich sehr gut angenommen würden. Und Georg Aschauer (SPD) betonte: »Was den Markt belebt, kann der Gemeinde nicht schaden.« Dr. Bartl Wimmer (Grüne) steht nach eigenen Angaben für eine Stärkung des Ortszentrums: »Es kann nur positiv sein, wenn der Ortskern gestärkt wird.«

Skeptischer zeigten sich dagegen Hans Kortenacker (Bürgergruppe) und 2. Bürgermeister Bartl Mittner (SPD), der die Sitzung leitete. Kortenacker würde es besser gefallen, wenn man die langen Samstage von 16 auf 17 Uhr verlängere, um eventuell die Umsätze zu verbessern. Den letzten Sonntag im November hält Hans Kortenacker nicht unbedingt für geeignet, lieber wäre ihm ein Sonntag im Sommer. Kortenacker signalisierte aber dennoch seine Zustimmung zum Antrag der Aktiven Unternehmen. Das war bei Bartl Mittner nicht der Fall. Der bekräftigte noch einmal seine Grundsatzüberzeugung: »Ich bin allgemein gegen einen Verkauf an Sonntagen. Und es muss ohnehin nicht der erste Adventssonntag sein.«

Dennoch setzten sich die Befürworter des verkaufsoffenen Sonntags Ende November deutlich mit 15:3 Stimmen durch. Gleichzeitig wird die entsprechende Verordnung in einigen Punkten aktualisiert. Da wird beispielsweise deutlich gemacht, dass die Geschäfte ausschließlich im Ortskern öffnen dürfen. Bergwerkstraße und Koch-Sternfeld-Straße sind beispielsweise nicht dabei. Ulli Kastner

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