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Endspurt für den Einstieg

Traunstein (AfA) - Die Lehrstellenbörse am Freitagnachmittag in der Agentur für Arbeit Traunstein brachte ein gutes Ergebnis. Über 500 freie Ausbildungsplätze waren auf langen Listen im BIZ ausgehängt und die Jugendlichen nutzten das Angebot rundherum, um ihre berufliche Zukunft anzupacken.

Die Berufsberater und die Vermittler aus dem Arbeitgeberservice waren von 12.00 bis 16.00 Uhr auf ausbildungssuchende Jugendliche eingestellt. Viele kamen mit ihren Eltern; zwei Jugendliche machten sich aus dem Berchtesgadener Land nach Traunstein auf den Weg. Am Ende des Tages waren in 19 Beratungsgesprächen 125 Vermittlungsvorschläge mit freien Ausbildungsplätzen verteilt worden.

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Einige Jugendliche berichteten, dass sie trotz zahlreicher Bewerbungen, diverser Praktika und Probearbeiten bisher noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Einige warten noch immer auf Rückmeldungen der Arbeitgeber. »Falls mir meine Wunschfirma absagt, möchte ich schon wissen, wie es für mich weitergeht«, erklärt eine junge Frau aus Traunreut.

Gerhard Lutz, einer der Berufsberater an diesem Nachmittag berichtet: »Vor allem die Eltern sind ganz erstaunt, wie viele Stellen noch frei sind. Ohne die Unterstützung von zu Hause schafft es nicht jeder.«

Die Berufsberater zogen Bilanz nach ihren Beratungsgesprächen. »Es gibt wie jedes Jahr einige, die noch auf Zusagen warten, einige haben erst vor kurzem unerwartete Absagen erhalten und landen frustriert hier, weil sie sich nur auf eine Bewerbung verlassen haben«, so Lutz. »Das gute Verhältnis von unbesetzten Stellen zu Ausbildungssuchern von 3,5:1 verleitet manche Jugendliche, die Ausbildungssuche auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen, weil vermeintlich die Konkurrenz nicht groß ist«, gibt ein Vater zu, der mit seinem Sohn die Listen der Angebote studierte »spätestens jetzt, eigentlich in den letzten Ferien, müssen sie es verstanden haben.«

Auch Realschüler und ein Abiturient, die bisher noch keine Ausbildungsstelle haben, nutzten die Veranstaltung, um sich über Alternativen zu informieren.

In den Beratungen waren einerseits Jugendliche, die sich ganz entschlossen auf einen Beruf festgelegt hatten und nun gezielt Betriebe suchen, und es gab die jungen Menschen, die sich nicht nur auf den Wunschberuf konzentrieren, sondern grundsätzlich eine Ausbildung machen wollen. »Das Angebot an Ausbildungsplätzen passt nie 1:1 zu der Nachfrage, wer eine Alternative für sich findet, hat die besseren Chancen. Ich bin zuversichtlich, dass es bei diesem Angebot für alle, die wirklich lernen wollen und motiviert sind, noch klappen kann«, so Lutz abschließend.