»Engagierter Schulmann« verlässt die Berufliche Oberschule

Traunstein. Nach über 30 Jahren Dienst in der Beruflichen Oberschule (Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule) Traunstein wurde Schulleiter Günther Seibold jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Er war von 2003 bis 2010 Stellvertretender Schulleiter und zuletzt Schulleiter. Zugleich wurde mit Barbara Spöttl seine Nachfolgerin vorgestellt.

Ministerialbeauftragter Dr. Friedrich Heyder (links) verabschiedete Schulleiter Günther Seibold mit einer Urkunde. (Foto: Buthke)

Schule stets als Teil der Gesellschaft gesehen

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Der Ministerialbeauftragte für die Berufliche Oberschule in Oberbayern, Dr. Friedrich Heyder, nannte Seibold einen »engagierten Schulmann«, der die Schule stets als Teil der Gesellschaft gesehen habe. Er habe die Schulordnung immer zugunsten der Schüler ausgelegt und ihnen geholfen sowie gerechte Entscheidungen bei Schülern und Lehrern getroffen. »Ich habe ihn als einen fleißigen Lehrer wahrgenommen, der sein Wissen und Können an die Kollegen weitergegeben und sich mit Nachdruck dafür eingesetzt hat, was ihm wichtig war«, so Heyder. Seibold übergebe seiner Nachfolgerin eine wohlgeordnete Schule.

Die Fachoberschulen und Beruflichen Oberschulen verzeichneten einen großen Aufschwung, so Heyder weiter. In den letzten 15 Jahren hätten sich die Schülerzahlen auf 60 000 in Bayern verdoppelt. »Ihre Absolventen haben nicht nur die Berechtigung, sondern auch die Befähigung zum Studium.«. Deshalb werde der Weg über Realschule und Berufliche Oberschule oft bewusst gewählt. Selbst der OECD sei inzwischen aufgefallen, wie durchlässig gerade das bayerische Schulsystem sei. »Bayern hat dadurch mehr Auf- als Absteiger.«

Landrat Hermann Steinmaßl wies auf die Möglichkeiten hin, die junge Menschen in der Region haben, wenn es um die Weiterbildung und Durchlässigkeit auf dem Weg zur Hochschule geht. »Die Entscheidung, ob ein Kind studieren will, fällt nicht mit zehn Jahren, sondern erst mit 18, 19 oder 20«, erklärte er. Die Berufliche Oberschule habe daher eine wichtige Bedeutung im Schulstandort Traunstein und Berchtesgadener Land.

Die relativ kurze und intensive Ausbildung sei eine große Herausforderung für Schüler, Lehrer und Schulleiter. Seibold habe seit 1981 in der Schule Pionierarbeit geleistet und vieles mit aufgebaut. »Er hatte das Gespür, auf die Schüler zuzugehen, hat gewusst, was bei ihnen ankommt, und versucht, sie auf den richtigen Weg zu führen.« Zudem habe er einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau und der Entwicklung der Schule, zuletzt bei der bevorstehenden Generalsanierung, geleistet.

»Sie sind ein absoluter Schulverbesserer«, meinte Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Seibold sei wesentlich daran beteiligt gewesen, Traunstein als Schulstandort und Bildungszentrum im südostbayerischen Raum aufzuwerten. »Sie haben mit Feuereifer und Engagement gewirkt und stehen für Kompetenz und gute Betreuung ihrer Schüler.« Im Haus habe er viel erreicht und umgesetzt. Seiner Nachfolgerin hinterlasse er dennoch genug Arbeit. Spöttl übernehme eine großartige Schule.

Der Personalratsvorsitzende Wolfgang Kapferer lobte seinen kooperativen Führungsstil. Dies zeuge von Vertrauen in die Mitarbeiter, das ihm wieder zurückgegeben worden sei. Er habe sich mit Engagement und Kraft, aber auch ein gut Ding Pedanterie für die Schule eingesetzt. In seiner kurzen Amtszeit von zweieinhalb Jahren als Schulleiter habe er vieles angestoßen und verwirklicht, auch wenn er nicht alles habe umsetzen können.

In weiteren Grußworten lobten Schülersprecher Danyal Demir seine »grundsätzliche Schülerzugewandtheit« und seine konstruktive Zusammenarbeit mit der Schülermitverantwortung (SMV) und Jürgen Janott als Sprecher der ehemaligen Kollegen seine Zuverlässigkeit und Arbeitsamkeit. Der Sprecher der Direktoren der Fachoberschulen und Berufsoberschulen, Rudolf Geier, stellte fest, dass Seibold seine Position redlich verdient habe.

Weniger Schüler im Technik- und Wirtschaftszweig

Seibold selbst blickte auf die Entwicklung der Schule zurück, die 1981 bereits 20 Klassen gehabt habe wie heute. Die Struktur habe sich jedoch geändert, da die Zahl im Technik- und Wirtschaftsbereich abgenommen, im Sozialbereich jedoch zugenommen habe. »Dies ist eine Entwicklung, die mir Sorge bereitet«, sagte er. Er habe sich seinerzeit als Schulleiter beworben, da die Schule über die vielen Jahre »seine« Schule geworden sei. Es sei sehr viel schlummerndes Potenzial vorhanden gewesen, das es zu aktivieren gegolten habe. Die Lehrkräfte seien hoch motiviert. Er habe sich jedoch nicht nur um deren Belange, sondern auch um die der Schüler gekümmert. Bjr