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Entspannter Ballack bald auf Trainer-Pfad?

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Abschied
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Michael Ballack könnte Trainer werden. Foto: Jan Woitas Foto: dpa

Leipzig (dpa) - Das Kapitel Spieler in der Biografie von Michael Ballack ist geschlossen, als Trainer könnte der Sachse auf die große Bühne zurückkehren. Viele Kenner der Szene trauen dem Strategen Ballack das zu.


Doch so schnell wird es nicht gehen, der 36-Jährige will nach seinem Abschied in der Leipziger WM-Arena erst einmal seine berufliche Auszeit fortsetzen. «Ich habe keine Pläne. Ich bin relativ entspannt, was mein Leben angeht», sagte Ballack, nachdem in der Nacht zum Donnerstag die letzten Lichter seiner emotionalen Abschiedsparty ausgegangen waren.

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«Ich habe ein bisschen Abstand gewonnen, bin nicht mehr ganz so im Fokus. Da ist man wirklich froh, dass man sich zurückziehen kann.» Den Trainerschein aber will Ballack demnächst erwerben. Der mit Spannung erwarteten Frage nach der Versöhnung mit dem aktuellen Bundestrainer wich der Capitano einfach aus. «Gibt es auch noch eine andere Frage?», erwiderte Ballack auf die Bitte, doch am Ende einer langen Karriere Auskunft zu geben, wie die Missverständnisse mit Joachim Löw nun doch noch ausgeräumt werden konnten.

«Im Fußball gibt es schwierige Zeiten, wie im normalen Leben auch. Wichtig ist, dass man wieder zusammenkommt», erklärte der 98-malige Nationalspieler freundlich, nachdem er mit einem Match zwischen seiner eigenen Freundes-Auswahl und einer Welt-Elf (3:4) seine Karriere endgültig beendet hatte. «Es hat mich riesig gefreut, als er mich vor ein paar Wochen angerufen hat», berichtet Löw von der Entspannung im Verhältnis zu seinem Ex-Kapitän: «Er war eine Lichtfigur im Fußball.» Auch wenn Ballack als Vizeweltmeister von 2002 und Vizeeuropameister von 2008 die Titelkrönung verwehrt blieb.

«Es hätte nicht schöner sein können. Da kam vieles hoch, was man so erreicht hat und was man geopfert hat für den Sport», bilanzierte Ballack mit ein paar Tränchen im Auge seinen letzten großen Auftritt, den sogar seine Omas live erlebt hatten. Seine drei Söhne Louis, Emilio und Jordi hatten in Trikots mit der Nummer 13 die abschließenden 90 Minuten ihres Papas am Spielfeldrand verfolgt.

«Mich hat es einfach gefreut, dass so viele Zuschauer und Spieler gekommen sind», meinte der Hauptdarsteller vor 45 000 Fans in Leipzig. Von Formel-1-Legende Michael Schumacher über den aktuellen Nationalmannschafts-Toptorjäger Miroslav Klose bis hin zu Ballacks ehemaligem Chelsea-Kollegen Didier Drogba reichte die Gästeliste. «Ich glaube, die Gegenspieler haben mir ein bisschen geholfen», erklärte Ballack zu seinen letzten drei Toren und verabschiedete sich: «Jetzt erhol ich mich erst mal.»

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