weather-image
24°

Enttäuschende WM-Vorläufe: Nur Schwimmer Rapp weiter

Barcelona (dpa) - Sieben Starter, sechsmal Vorlauf-Aus - und von guten Zeiten keine Spur. Einen Tag nach dem ernüchternden Staffel-Auftritt von Britta Steffen & Co. haben auch die deutschen Schwimmer aus der zweiten Reihe für weitere Enttäuschungen gesorgt.

Vorlauf
Clemens Rapp ist im Vorlauf über 200 Meter Freistil weitergekommen. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa

Clemens Rapp blieb am Montag bei der WM in Barcelona in 1:48,37 Minuten über 200 Meter Freistil zwar deutlich über seiner DM-Zeit von 1:47,13, schaffte es aber über die Biedermann-Strecke wenigstens als 16. ins Halbfinale. «Die ersten 100 Meter waren einfach zu langsam. Das muss noch ein bisschen schneller gehen», sagte ein strahlender Rapp. Dagegen erschienen die anderen Starter des Deutschen Schwimm-Verbandes mit ratlosen und traurigen Gesichter zu den Interviews.

Anzeige

Gleich zum Auftakt gab es Tränen. Verheult kletterte Selina Hocke aus dem Becken. In 1:02,94 Minuten war die Berlinerin als Vorlauf-31. über 100 Meter Rücken klar über ihrer Zeit von den deutschen Meisterschaften (1:01,52) Ende April geblieben. «Ich weiß nicht genau. Ich denke, es ist mehr eine Kopfsache, weil mich das alles total überrollt hat hier in der Halle. Da muss ich noch dran arbeiten, dass ich mich nicht ablenken lasse», sagte die erst 16-Jährige und strich sich nervös durch die langen Haare. Für die Lagen-Staffel empfahl sie sich nicht. Lisa Graf wird an ihrer Stelle schwimmen.

Rund eine Sekunde blieb auch Felix Wolf in 55,88 Sekunden über seiner DM-Zeit von 54,93. Das reichte für Platz 27. «Das ist ein Vorlauf gewesen, meine Bestzeit schwimme ich grundsätzlich nachmittags», erklärte der 23-Jährige, der vor allem für die Lagen-Staffel in Barcelona ist. «Ich bin sehr optimistisch für die Staffel.»

Während Ruta Meilutyte (Litauen) in 1:04,52 über 100 Meter Brust Europarekord schwamm, schied Caroline Ruhnau nach 1:08,62 aus. Letztlich stand Rang 22 zu Buche. «Das ist wirklich scheiße», sagte Ruhnau. «Ich kann es nicht erklären, hinten raus fehlte die Kraft.»

Über 1500 Meter Freistil verfehlten Leonie Antonia Beck in 16:17,12 Minuten und Sarah Köhler nach 16:24,42 erwartungsgemäß das Finale. «Ich weiß auch nicht, was passiert ist», haderte die 16-jährige Beck und kämpfte mit den Tränen. Während Rapp weiterkam, war der Wettkampf für Dimitri Colupaev nach 1:48,50 Minuten vorbei. «Ich dachte ich bin schneller unterwegs. Sehr ärgerlich», sagte Colupaev, der am Abend zuvor noch mit der Staffel Sechster geworden war.

Schon am Vorabend, als neben einer überaus achtbaren Herren-Staffel Steffen Deibler mit deutschem Rekord über 50 Meter Schmetterling auftrumpfe, hatte Chefbundestrainer Henning Lambertz auf das schwierige Unterfangen von Barcelona hingewiesen. «Man versucht immer, die Leute aufzubauen, positiv zu sein. Es wäre schlimm, wenn man am ersten Tag schon irgendwo eine Trauermiene aufsetzen würde. Das ist auch nicht nötig», sagte Lambertz. Man müsse schauen, dass immer mehr Teile des Teams «gut drauf» seien. Am Montagvormittag war da noch reichlich Luft nach oben.

Live-Timing WM

DSV-Porträts der deutschen WM-Teilnehmer

WM-Homepage/engl.

WM-Zeitplan

Rekordliste Beckenschwimmen