Erfolgreiche Ausbildung – auch in Coronazeiten

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Landrat Bernhard Kern und Julia Prechtl, Fachkräftelotsin beim Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice, sprachen mit fünf Azubis und Absolventen aus dem Berchtesgadener Land. (Foto: privat)

Berchtesgadener Land – Wie hat sich der Alltag von Auszubildenden während der Pandemie verändert? Und möchten die Nachwuchs-Fachkräfte nach ihrem Abschluss ihrer Heimat treu bleiben, oder zieht es sie erst einmal hinaus in die Welt? Darüber sprachen Landrat Bernhard Kern und Julia Prechtl, Fachkräftelotsin beim Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice, mit fünf Azubis und Absolventen aus dem Berchtesgadener Land. Das virtuelle Treffen fand anlässlich der bayernweiten Woche der Aus- und Weiterbildung statt.


In der Diskussion zeigte sich schnell, wie groß die Unterschiede zwischen den verschiedenen Branchen sind. Für David Reiter beispielsweise, der gerade seine Ausbildung zum Zimmerer beendet hat, veränderte die Corona-Krise vergleichsweise wenig: »Natürlich müssen wir darauf achten, Abstand zu halten. Aber zumindest können wir weiterarbeiten, und wir haben auch viel zu tun.« Denn während der ein oder andere aufgrund der unsicheren Lage bereits geplante Umbauten verschoben hat, investieren andere das Urlaubsbudget nun ins Haus oder in den Garten, um es sich zuhause schön zu machen. Anders sieht es bei Aline Huber aus, die voraussichtlich in knapp drei Monaten ihre Ausbildung zur Köchin abschließen wird. Da ihr Lehrbetrieb, ein Hotel in Bad Reichenhall, derzeit keine Gäste beherbergt, kocht sie aktuell lediglich für das Personal. Auch der praktische Unterricht an der Berufsschule muss derzeit ausfallen. Er soll nachgeholt werden, sobald die Azubis in den Präsenzunterricht zurückkehren.

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Industriemechaniker Ludwig Hupf und Mechatroniker Stefan Hocheder waren dagegen kaum von der Pandemie betroffen, abgesehen davon, dass sie nun Masken tragen, Abstand halten und generell aufeinander achtgeben. »Das ist extrem wichtig, auch wenn es vielleicht manchmal lästig ist«, betont Landrat Bernhard Kern im Gespräch. »Wenn die Hygienemaßnahmen nicht richtig eingehalten werden oder vielleicht alle gemeinsam Brotzeit machen, und plötzlich mehrere Mitarbeiter Corona-positiv sind, kann schnell eine ganze Abteilung oder auch der gesamte Betrieb komplett handlungsunfähig werden.« Wie die Ausbildung auch in Zeiten von Lockdowns und Homeschooling klappen kann, berichtet die gelernte Werkzeugmechanikerin Mona Hinterbrandner: »Das letzte Jahr war schon ab und zu hart. Es hat auf einmal alle sehr stark getroffen, da ist ein bisschen was auf der Strecke geblieben. Aber wir haben uns viel selbst beigebracht, dann hat schon alles funktioniert.«

Wie es nach dem Abschluss weitergehen soll? Aline Huber träumt davon, auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten und dabei viel über die internationale Küche zu lernen. Die anderen möchten erst einmal Berufserfahrung sammeln, teilweise auch studieren oder eine Weiterbildung zum Techniker machen, langfristig aber auf jeden Fall in der Region bleiben. Darüber freuen sich Kern und Prechtl besonders, schließlich sind gut ausgebildete Fachkräfte im Landkreis heiß begehrt: »Wir haben eine Berufsschule, die in den kommenden Jahren wieder stärker ausgebaut werden soll, und gute Betriebe mit tollen Zukunftschancen, die wir natürlich nutzen wollen und müssen«, erklärt der Landrat. fb

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