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Erfolgreiches Benefizkonzert für eine neue Orgel

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Das Holzbläserquintett »Pentanemos« musizierte im Chorraum von St. Remigius in Schleching. (Foto: Kaiser)

Bereits zwanzig Minuten vor dem Beginn des Benefizkonzerts in der Schlechinger Pfarrkirche St. Remigius waren die Plätze in den Bankreihen besetzt. Die Initiative zu Gunsten einer neuen Orgel in seiner Heimatkirche ging von dem in Schleching geborenen Hornisten Christian Loferer aus, der mit seinem Holzbläserquintett »Pentanemos« in St. Remigius konzertierte.


»Pentanemos«? Der Schlechinger Musikvereinsvorsitzende Rudi Ritter »übersetzte« diesen Begriff mit »Fünf Winde«, die für das große »Blasinstrument« Orgel durch die Kirche wehten; die fünf Künstler von Pentanemos, neben Christian Loferer Hanna Petermann (Querflöte), Dirk Kammerer (Oboe), Elisabeth Seitenberger (Klarinette) und Susanne von Hayn (Fagott) gestalteten ihre Darbietungen in der Tat wie aus einem Atem heraus.

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Konzentrierte und klangreine Akkorde eröffneten die Ouvertüre zu W. A. Mozarts (1756 bis 1791) Oper »Die Zauberflöte«, dann ging’s hinein in das fröhliche Laufwerk dieser Komposition. Noch einmal erklangen warnend die Akkorde des »Weisheitstempels«, noch einmal folgten die schnellen Passagen, diesmal mit einem dramatischen, warnenden Unterton – eine zwingende Konzerteinleitung!

Musik aus der Epoche des Impressionismus bot die Suite aus »La boite à joujoux« von Claude Debussy (1852 bis 1918). Dabei ging es um die alte Geschichte von Figuren in einer Spielzeugschachtel, die nachts lebendig werden: die lebenslustige Puppe, der gutmütige Soldat und der listige Pulcinell. Gegliedert war diese Suite durch liebevolle Texte von Charles Lewinsky, schelmisch oder auch nachdenklich und mahnend erzählt von den Musikern. Natürlich ging es um Liebe, Kampf, Versöhnung und Heimat. So wurde aus der »Spielzeugschachtel«, in der auch der berühmte Cake-Walk »The little Nigar« steckte, ein köstliches Gesamtwerk, das durch unterschiedliche musikalische Charakterisierung faszinierte: frech, geheimnisvoll, sich sanft einschmeichelnd oder auch nachdrücklich auftrumpfend, aber immer mit Witz und Esprit bis zum fröhlichen Happy End.

Auch das folgende Werk war eine für Bläserquintett bearbeitete Ouvertüre (das Quintett spielte sie zum ersten Mal öffentlich), die zu »La forza del destino« (»Die Macht des Schicksals«) von Giuseppe Verdi (1813 bis 1901). Es war fast unglaublich, wie stimmig und wirkungsvoll diese auftrumpfende Ouvertüre in der Umsetzung auf das Quintett klang.

In einer Quartettbesetzung (das Waldhorn hatte da Pause) hörte das Publikum die »Trois Pièces pour une musique de nuit« des französischen Komponisten Eugène Bozza (1905 bis 1991). Im Sechsachtel-Takt wiegte sich sanft das erste Stück, kokett triolenbetont, farbig schillernd kam in enormem Tempo das zweite. Der dritte Satz beschwichtigte und kam nachdenklich zur Ruhe. Ganz schlicht und ohne Aufwand ließen die fünf Musiker den »Abendsegen« aus »Hänsel und Gretel« von Engelbert Humperdinck (1854 bis 1921) auf die Zuhörer wirken; ein sympathischer und unaufdringlicher Abschied.

Als Dank für den Beifall und auch, »um den Geldbeutel ein bisschen leichter zu machen«, kündigte Christian Loferer einen »Antiken Tanz« des Ungarn Ferenz Farkas (1905 bis 2000) an. Das Publikum wünscht sich wiederum ein Wiederhören mit Pentanemos in der Region, ist doch »ein Heimspiel das schönste Gastspiel« (Chr. Loferer). Und es lagen dann ja auch an die 3000 Euro in den Körbchen ... Engelbert Kaiser