Ergreifendes Liedgut zur Passion

Mit Volkslied, Volksmusik und erlesenem Chorgesang konnte man sich in der Waginger Pfarrkirche St. Martin am Abend des Palmsonntags auf die kommenden Kartage einstimmen lassen. Ein aktiver Veranstalterkreis Kreis um Rosi Hofmann und Elisabeth Wildenhof hat heuer erneut nach Waging zu einem Passionssingen eingeladen und dieser »Ruf« blieb nicht ungehört.

Die mehrere Hundert Personen fassende Waginger Pfarrkirche war von der ersten bis zur letzten Bankreihe mit andächtig lauschenden Zuhörern bestens besetzt, als die »Sechsegg Musi«, eine mittlerweile weit über ihre heimatlichen Grenzen hinaus bekannte, heimische Bläserformation mit raumgreifenden Klängen die beeindruckende Veranstaltung eröffnete. Wohltuend temperiert und dem Anlass angemessen agierten in der weiteren Abfolge auch die Ottinger Klarinettenmusi auf 3 Klarinetten, Harfe, Harmonika und Kontrabass, der Rupertiwinkler Dreigesang mit handverlesenem alpenländischem Liedgut, wie es inniger und ergreifender kaum sein kann, und die Vilsleiten Musi aus dem niederbayerischen Rottal. Sissi Kagerl, Angelika Siegerstätter und Harti Pilsner hatten ihre Instrumentalstücke, wechselweise in Gitarrenbesetzung oder mit zwei Bandoneons und Harfe, »zielgenau« auf die Passionstexte des Abends abgestimmt.

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Im Zentrum der von Siegi Götze vorgetragenen Wortbeiträge standen die wichtigsten Passagen der biblischen Passionsgeschichte, beginnend beim »Letzten Abendmahl« am Gründonnerstag und endend mit dem Kreuzestod Jesu am Karfreitag. Daneben gab es aber auch Textpassagen, die die österliche Morgendämmerung bereits mit einschlossen und damit ein Stück Hoffnung beinhalteten. Fast die Hälfte des langgedehnten Altarraumes von St. Nikolaus beanspruchte der heuer erstmals in dieses Passionssingen mit integrierte, in sämtlichen Stimmlagen bestens besetzte Waginger Kirchenchor unter der Leitung von Alfons Schmuck.

Die von den Initiatoren vorbildlich zusammengestellte Mischung aus ergreifenden alpenländischen Volksliedern zur Leidensgeschichte Christi mit zuweilen ins nachdenklich stimmende »Moll« drehenden Instrumentalbeiträgen bildete ein überzeugend wirkendes, harmonisches Ganzes, voluminös eingerahmt von mächtigen, mit viel Gespür fürs Feine ausgewählten Chorsätzen, die »unter die Haut« gingen. Andächtige Stille im Kirchenraum war der verdiente Lohn dafür.

Der Sammlungserlös von 950 Euro kam dem Waginger Sozialfonds zu Gute.