Erhöhter Stressfaktor: Hamilton vor Verstappen in den Sprint

Lewis Hamilton
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Schnellster in der Formel-1-Qualifikation: Lewis Hamilton. Foto: Bradley Collyer/PA Wire/dpa Foto: dpa

Lewis Hamilton ist in Silverstone Schnellster in der Formel-1-Qualifikation. Der Spitzenplatz hat aber in erster Linie Bedeutung für das Sprintrennen. Sebastian Vettel wird Zehnter. Das neue Format ist Teil eines Experiments.


Silverstone (dpa) - Im Stresstest von Silverstone hat Lewis Hamilton WM-Spitzenreiter Max Verstappen hinter sich gelassen. Unter Jubel der Fans auf den vollen Rängen sicherte sich der Weltmeister in der Formel-1-Qualifikation den Spitzenplatz und startet als Erster ins neue Sprintrennen am Samstag.

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Der Engländer verwies im deutlich verbesserten Mercedes Verstappen im Red Bull auf den zweiten Rang und reckte überglücklich immer wieder die Fäuste in die Luft. Dritter auf dem 5,891 Kilometer langen Kurs wurde Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas. Sebastian Vettel im Aston Martin landete auf Position zehn.

Im unterlegenen Haas wurde Mick Schumacher vor seinem Teamkollegen Nikita Masepin als 19. Vorletzter. Das ist auch sein Startplatz für das neue Sprintrennen am Samstag (17.30 Uhr/MESZ/Sky). Im Rahmen eines Testformats ermittelt die Formel 1 in diesem Mini-Event über 100 Kilometer, was 17 Runden entspricht, die Startaufstellung um den künftigen Pole-Mann für Sonntag.

Hoher Stressfaktor vor dem Sprintrennen

Das Experiment wirkte wie ein Bedeutungsturbo für das erste Training. Denn nur in diesen 60 Minuten hatten die Teams Zeit, die optimale Abstimmung für die Qualifikation und auch den Rest des Wochenendes zu finden. »Wir haben nur eine Session, um das Setup zu finden, und dann steckt man für das ganze Wochenende da drin«, erläuterte Hamiltons Mercedes-Teamkollege Bottas. Im Simulator probten die beiden Piloten deshalb unterschiedliche Ansätze.

»Die größte Herausforderung des Wochenendes ist der Ablauf«, bemerkte McLarens deutscher Teamchef Andreas Seidl. Der Stressfaktor für Fahrer und Ingenieure ist deutlich höher. Denn was im Auftakttraining bei der Abstimmung nicht klappt, kann nicht mehr nachgeholt werden wegen des Parc Fermé, also der Sperrzone zum Nachjustieren. »Es war stressig«, räumte Aston-Martin-Teamchef Otmar Szafnauer ein.

Erst vor dem zweiten und damit schon abschließenden Training am Samstag kann nur in Maßen getüftelt werden. »Man hat nicht viel Zeit zum Reagieren, wenn das Auto nicht die gewünschte Balance hat«, sagte Alpha-Tauri-Fahrer Pierre Gasly.

An der Spitze des Auftakttrainings fand sich wieder Verstappen, der zwischenzeitlich über die Motorenleistung klagte. Der Gewinner der vergangenen drei Rennen hängte McLaren-Fahrer Lando Norris und Hamilton mit jeweils knapp 0,8 Sekunden Vorsprung ab. »Sieben Zehntel, wo kommen die her?«, fragte Hamilton ungläubig, der in der WM-Wertung 32 Punkte weniger als Verstappen hat.

Mercedes hat einige Nachbesserungen am Wagen vorgenommen. Der Kontrukteurs- und Fahrerweltmeister der vergangenen sieben Jahre will den Abstand auf Red Bull unter allen Umständen verringern. »Unser Wagen ist glücklicher hier«, konstatierte Mercedes-Teamchef Toto Wolff und ergänzte: »Wir hören nicht auf zu kämpfen.« Hamilton lieferte dafür in der Qualifikation den Vorgeschmack.

© dpa-infocom, dpa:210716-99-413063/3

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