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Täter hatte russsichen Pass

Ermittler: St. Petersburg-Attentäter stammt aus Kirgistan

Mindestens 14 Menschen sterben bei dem Anschlag in St. Petersburg. Ermittlern zufolge stammt der Attentäter aus Kirgistan. Medien berichten Brisantes: Extremisten sollen den Mann erst vor kurzem angeworben haben.

Putin am Anschlagsort
Im Gedenken an die Opfer legt Russlands Präsident Putin in St. Petersburg einen Strauß Rosen in der Nähe des Anschlagsorts ab. Foto: Dmitri Lovetsky Foto: dpa

St. Petersburg (dpa) - Nach dem Anschlag in St. Petersburg haben Ermittler einen 22-jährigen Mann aus Kirgistan als Attentäter identifiziert.

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Akbarschon Dschalilow sei bei der Explosion getötet worden, teilte das staatliche Ermittlungskomitee in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. Seine DNA-Spuren seien an zwei Bomben gefunden worden. Es soll sich dabei um einen Mann aus Kirgistan mit russischem Pass handeln. Nach Medienberichten wurde er erst in diesem Jahr von einer islamistischen Organisation angeworben. Interfax beruft sich dabei auf eine nicht näher genannte Quelle.

Bei dem Anschlag am Montag in der U-Bahn waren mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Elf Menschen starben direkt bei der Explosion, drei weitere erlagen später ihren Verletzungen, wie Gesundheitsministerin Weronika Skworzowa mitteilte. Am Dienstag lagen noch 49 Verletzte in Kliniken.

Der Quelle zufolge soll der Mann eine Hochschule besucht und seinem Vater in einer Autowerkstatt geholfen haben. Er habe in St. Petersburg gelebt und sei im Februar 2017 für einige Wochen nach Kirgistan gereist, hieß es. «Er ist als völlig veränderter Mensch zurückgekehrt», zitierte Interfax die Quelle. Die Behörden gehen davon aus, dass er während dieser Wochen von Extremisten angeworben wurde.

Die Familie lebte laut Interfax seit rund fünf Jahren in der Stadt Osch im Ferghana-Tal im Süden Kirgistans. Nachbarn beschrieben den Mann der Agentur gegenüber als tüchtig. «Er konnte jede Arbeit verrichten», sagte ein Nachbar. Der 22-Jährige habe «goldene Hände» gehabt.

Der Kreml schloss nicht aus, dass der Bombenanschlag in St. Petersburg auf den Besuch von Präsident Wladimir Putin zielen sollte. «Allein die Tatsache, dass der Terroranschlag verübt wurde, während das Staatsoberhaupt in der Stadt war, zwingt zum Nachdenken», sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow in Moskau.

Montagmittag war zwischen zwei U-Bahnhöfen in einem Zug ein Sprengsatz explodiert. Eine zweite Bombe wurde rechtzeitig entschärft. Das staatliche Ermittlungskomitee geht von einem Terroranschlag aus.

Es gab widersprüchliche Angaben zu den Todesopfern: Der Gouverneur der Stadt, Georgi Poltawtschenko, berichtete zuvor, dass unter den Opfern nur drei Ausländer seien. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass sie aus Kasachstan, Usbekistan und Weißrussland stammen. Den Angaben des Gouverneurs zufolge sind keine Staatsbürger westlicher Länder unter den Opfern.

Poltawtschenko versprach, die Stadt werde alles tun, um die Sicherheit der Touristen zu garantieren. Im Juni findet unter anderem in St. Petersburg der Confederations Cup und im kommenden Jahr die Fußball-WM statt.

Der Anschlag löste weltweit Entsetzen und Anteilnahme aus. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte den «barbarischen und feigen Terroranschlag». UN-Generalsekretär Antonio Guterres drückte den betroffenen Familien sein Mitgefühl aus.

US-Präsident Donald Trump verurteilte nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefonat mit Putin die Tat und bot volle Unterstützung bei der Jagd nach den Tätern an. Er habe zudem den Opfern und ihren Angehörigen sowie dem russischen Volk sein tiefstes Beileid ausgesprochen.

Die Sicherheitsvorkehrungen in St. Petersburg wurden nach dem Anschlag massiv verstärkt. Alle Zugänge zu der U-Bahn werden zusätzlich bewacht, teilte der Metro-Betreiber mit. Zudem werden Busse und Straßenbahnen stärker überprüft.

Die Stadtverwaltung von St. Petersburg rief eine dreitägige Trauer aus. Zahlreiche Menschen stellten vor den Zugängen der U-Bahn-Stationen und in Moskau in der Nähe der Kremlmauer Kerzen auf und legten Blumen für die Opfer nieder.

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