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Ermordeter Jaden beigesetzt

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Beisetzung
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Rocker kommen in Herten zur Beisetzung des neunjährigen Jaden, der eines der beiden Opfer des Herner Doppelmordes ist. Foto: Ina Fassbender Foto: dpa
Trauergottesdienst nach Doppelmord von Herne
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Trauernde versammeln sich vor der Herz-Jesu in Herne. Foto: Caroline Seidel Foto: dpa
Trauerkranz
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Eine Kranzschleife mit der Aufschrift "Jaden 06.03.2017 Ruhe in Frieden. Chicanos Kiel". Foto: Ina Fassbender Foto: dpa
Rocker auf Motorrädern
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Rocker auf ihren Motorrädern fahren zur Beisetzung des neunjährigen Jaden auf einem Waldfriedhof. Foto: Ina Fassbender Foto: dpa
Rocker
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Mitglieder der niederländischen Rockervereinigung "No Surrender - Holland" kommen zur Beisetzung von Jaden. Foto: Ina Fassbender Foto: dpa

Große Anteilnahme bei der Beerdigung des ermordeten Jaden: Rund 1000 Trauergäste erweisen ihm die letzte Ehre. »Es darf nicht sein, dass ein Kind vor der Mutter geht«, sagte der Pfarrer.


Herne/Herten (dpa) - An der Beerdigung des vergangene Woche ermordeten neunjährigen Jaden aus Herne haben rund 1000 Menschen teilgenommen. Die meisten von ihnen waren augenscheinlich Mitglieder verschiedener Rockergruppierungen, vor allem der »Bandidos«.

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Der Stiefvater von Jaden ist nach Angaben des Anwalts der Familie Mitglied der »Bandidos« in Essen. Die Rocker waren aus ganz Deutschland sowie aus dem benachbarten Ausland zum Waldfriedhof Herne angereist, der auf dem Gebiet der Stadt Herten liegt.

»Ein junges Leben ist ein für alle Mal brutal ausgelöscht worden«, sagte der evangelische Pfarrer Michael Thoma in einer Ansprache. Der Verlust sei nicht in Worte zu fassen. Er erinnerte daran, dass die Familie in den Tagen vor der Ermordung noch ein Wochenende in Holland verbracht hatte. »Es darf nicht sein, dass ein Kind vor der Mutter geht. Er hatte doch noch so viel Leben vor«, verdeutlichte er. Christliche Gewissheit sei, dass Gottes Liebe stärker als der Tod ist. »Jaden hat jetzt ein anderes Leben, ein Leben bei Gott.«

Die Trauerandacht in der kleinen Friedhofskapelle wurde über Lautsprecher nach draußen übertragen. Anschließend wurde Jaden in einem weißen Sarg beigesetzt. Die in der Nähe lebende Familie des Jungen hatte eine Sondergenehmigung für die Beisetzung auf diesem Friedhof erhalten. Dort gibt es bereits seit einigen Jahren eigentlich keine Beerdigungen mehr. Das Friedhofsgelände gehört teilweise der Stadt Herne, liegt nach ihren Angaben aber komplett auf dem Gebiet der angrenzenden Nachbarstadt Herten.

Am Mittwoch hatten Hunderte Menschen bereits in einem emotionalen Gottesdienst in Herne der beiden Mordopfer gedacht. Viele Trauergäste brachten Blumen, Grablichter und Stofftiere mit. Schüler von Jadens Schule trugen Kartons in den Altarraum der Herz-Jesu-Kirche, auf die sie ihre Gefühle geschrieben hatten. Die Wörter »Angst«, »Wut«, »Traurigkeit« und »Unsicherheit« waren darauf zu lesen.

Jaden war das erste von zwei Opfern, deren Ermordung der 19-jährige Marcel H. nach seiner Festnahme gestanden hat. Nach der ersten Tat am Montag vergangener Woche hatte die Polizei bundesweit nach dem flüchtigen Täter gefahndet. Zahlreiche Menschen in der Stadt im Ruhrgebiet waren tagelang in Sorge vor weiteren Taten. Der 22 Jahre alte Christopher, ein Bekannter des mutmaßlichen Täters, war drei Tage nach dem Jungen ebenfalls erstochen in Herne gefunden worden. Die Stadt Herne wollte am Donnerstag auf Anfrage keine Angaben zur Beerdigung des zweiten Mordopfers machen.