Identität des Bergtoten am Watzmann endgültig geklärt

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Die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 3“ traf gegen 14 Uhr in der Ramsau ein und flog zunächst zwei Bergretter zur Unfallstelle, die dort einen Standplatz einrichteten, und brachte dann einen Berchtesgadener Polizeibergführer auf den Watzmann. Foto: Bergwacht Ramsau

Ramsau – Eine leblose männliche Person entdeckte ein Bergsteiger aus München gegen 11.30 Uhr beim Begehen der Widerroute auf die Watzmann-Mittelspitze (auf etwa 2480 Höhenmetern) am letzten Donnerstag, 23. September. Der Zeuge setzte einen Notruf ab, woraufhin ein Rettungshubschrauber aus Österreich mit einem Notarzt zu dem Abgestürzten flog. Der Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod feststellen.


Update, 7. Oktober

Bei dem unbekannten Toten, der am 23. September im Bereich der Watzmann-Wiederoute gefunden wurde, handelt es sich zweifelsfrei um einen jungen Touristen aus Argentinien, der im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet zum Wandern unterwegs war. Einige Tage lang war völlig unklar, wer vermutlich aus dem Bereich der Watzmann-Mittelspitze in Richtung der kleinen Ostwand abgestürzt war, da der Verunglückte keinerlei Sachen mit sich führte. Bekannte des Mannes hatten zwischenzeitlich bei der Polizei in Jena eine Vermisstenanzeige aufgegeben und konnten ihn auch relativ gut beschreiben. Zug um Zug wurde klarer, dass es sich bei dem Abgestürzten um den gemeldeten jungen Argentinier handeln könne.

Nachdem auch mehrere Hinweise über eine Öffentlichkeitsfahndung eingingen, wurde kürzlich auch noch sein Rucksack in einem Nebenraum des Watzmannhauses aufgefunden. Mittels der darin befindlichen Ausweispapiere besteht nun endgültig Klarheit. Warum der junge Mann jedoch ohne jegliche Ausrüstung vom Watzmannhaus in Richtung Mittelspitze aufgebrochen ist, wird nicht mehr zu klären sein.

Erstmeldung, 28. September

Ein Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden, der zu diesem Zeitpunkt bei einer Suchaktion nach einer immer noch vermissten Frau unterwegs war, wurde zusammen mit Einsatzkräften der Bergwacht Ramsau an die Auffindestelle geflogen, um den Unfall aufzunehmen und dann zusammen mit den Bergwachtkräften den Leichnam zu bergen. Aufgrund der Gesamtumstände wurde davon ausgegangen, dass der Mann – dessen Identität zunächst unbekannt war, da keinerlei persönliche Gegenstände aufgefunden werden konnten - vom Gipfel der Watzmann-Mittelspitze (2713 Höhenmeter) über mindestens 200 Höhenmeter abgestürzt war. Dabei erlitt er vermutlich sofort tödliche Verletzungen.

Bis zum 25. September war der Tote nicht identifiziert und auch nicht als abgängig gemeldet. Erst eine Anfrage bei den österreichischen Kollegen des LKA Salzburg von einem argentinischen Staatsangehörigen, der in Deutschland lebt, brachte neue Erkenntnisse. Wie sich danach herausstellte, handelt es sich bei dem Toten um einen 25-jährigen Argentinier, der einige Zeit in Deutschland gelebt und sich auf einer Rucksacktour durch Europa befunden hatte. Im Raum Salzburg/Berchtesgaden wollte er dabei noch einige Bergtouren machen, bevor er weiter in Richtung Frankreich ziehen wollte.

Nach wie vor unbekannt sind der genaue Unfalltag und auch die Unfallursache. Ebenso ungeklärt ist der Verbleib der persönlichen Sachen des 25-Jährigen.

Deshalb bitte die Polizeiinspektion Berchtesgaden unter der Telefonnummer (08652) 9467-0 in dem Fall um Hinweise:

  • Wer hat den jungen Argentinier kennengelernt oder hatte zu ihm in den Tagen vor dem Unfall noch Kontakt?
  • Wer kann der Polizei sonst Hinweise in der Sache geben oder kann Angaben zum Verbleib der persönlichen Sachen des Verstorbenen geben?

fb/red