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Erneute Nullrunde für die Teilhaber

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Bekannte und neue Gesichter bei der BBAG (v.l.): der künftige Vorstand Michael Emberger, der bisherige Vorstand Hannes Rasp, das ausscheidende Aufsichtsratsmitglied Stefan Punz sowie die Aufsichtsräte Stefan Pfnür, Georg Hinterleitner und Peter Hettegger. (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Dass es kurz vor dem Startschuss für das Großprojekt »Jennerbahn-Neubau« erneut keine Ausschüttung für die Aktionäre geben würde, war zu erwarten. So erhoben die 40 anwesenden Aktionäre (76,83 Prozent der Stückaktien) auch am Freitag bei der Hauptversammlung der Berchtesgadener Bergbahn AG (BBAG) keine Einwände gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie gegen die Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 78 000 Euro aus dem Geschäftsjahr 2014/2015, der auf neue Rechnung vorgetragen wird.


Dem Geschäftsbericht von Hannes Rasp, der seinen Vorstandsposten zum 1. August an Michael Emberger abgibt (wir berichteten), war zu entnehmen, dass der Winterbetrieb am 20. Dezember 2014 den Betrieb aufgenommen hatte. Die Aufstiegshilfen und Pisten waren dann an 90 Tagen geöffnet. »Für diesen Winter ist festzustellen, dass ein Skibetrieb ohne Beschneiungsanlagen nicht möglich gewesen wäre«, sagte Rasp. Die Erstzutritte bis April erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 7,05 Prozent auf 61 187 Personen, gingen aber gegenüber dem Fünfjahres-Mittel um 5,64 Prozent zurück.

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Eine deutliche Erhöhung der Fahrgastzahlen registrierte man im Sommer 2015. Aufgrund des schönen Wetters und zusätzlicher Marketingangebote erhöhte sich die Zahl der Erstzutritte gegenüber dem Vorjahr um 10,61 Prozent und gegenüber dem Fünfjahres-Mittel sogar um 16,81 Prozent. Die Erstzutritte im gesamten Berichtsjahr lagen bei 215810 Personen und damit um 18 855 Personen über dem Ergebnis des Vorjahres.

Entsprechend erhöhte sich auch der Gesamtumsatz aus Bahn- und Gastronomiebetrieb. Die gut 4 Millionen Euro bedeuteten ein Plus von 13,44 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen Anstieg von 16,93 Prozent gegenüber dem Fünfjahres-Mittel. Im Geschäftsjahr 2014/15 ergab sich ein Jahresüberschuss in Höhe von rund 26 000 Euro, woraus sich inklusive des Gewinnvortrags von 52 000 Euro ein Bilanzgewinn von 78 000 Euro errechnet, der laut einstimmigem Beschluss auf neue Rechnung vorgetragen werden soll.

Hannes Rasp berichtete den Aktionären noch von der Klage eines jungen Skifahrers, der nachts auf gesperrter Piste in das Stahlseil einer Pistenraupe gefahren war. Einem vom Oberlandesgericht München vorgeschlagenen Vergleich habe man nicht zugestimmt, weil nach Ansicht der BBAG die Schuld eindeutig bei dem Wintersportler liege. Es sei daraufhin ein aufwendiges Gutachten erstellt worden, für das das Szenario detailgetreu nachgestellt worden sei. Weil das Ergebnis eindeutig gewesen sei, habe der Betroffene die Klage zurückgezogen.

Auch eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr wagte Hannes Rasp. Demnach war aufgrund der warmen Witterung bis Mitte Januar keine Beschneidung möglich. Das habe man beim Umsatz aber nicht gemerkt, weil bei schönstem Wetter viele Wanderer auf den Jenner gefahren seien, anschließend konnte man beste Pistenverhältnisse präsentieren. Die Erstzutritte verringerten sich in der Wintersaison um 2 188 auf 55 414 Personen, der Gesamtumsatz bei Bahn und Gastronomie stieg um 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. »Trotz der Investitionen in Höhe von über 7 Millionen Euro in den vergangenen Jahren und verringerten Frequenzen in den Wintermonaten ist im laufenden Geschäftsjahr mit einem ausgeglichen Ergebnis zu rechnen«, sagte Hannes Rasp.

Dank für ihr langjähriges Engagement erhielten Vorstand Hannes Rasp und Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Pfnür von 2. Bürgermeister Richard Lenz und von stellvertretendem Landrat Rudolf Schaupp. Lenz lobte auch die Jennerbahn-Belegschaft, die »alle mit Eifer bei der Sache sind«. Und Schaupp gab zu verstehen, dass Landrat Georg Grabner – auch wenn er jetzt aus dem Aufsichtsrat ausscheide – weiterhin zu einem Jennerbahn-Neubau stehe.

Einstimmige Beschlüsse gab es schließlich bei der Neuwahl des Aufsichtsrats. Neben Georg Grabner scheidet auch Stefan Punz nach zehn Jahren aus dem Aufsichtsrat aus. Dem neuen Aufsichtsrat gehören neben Stefan Pfnür nun auch die Großaktionäre Martin Harlander, Peter Hettegger und Georg Hinterleitner an. Zwei weitere Mitglieder werden die Arbeitnehmer der Gesellschaft selbst bestimmen. Hettegger begründete sein Engagement in der BBAG damit, dass seine Familie in Berchtesgaden sehr gut aufgenommen worden sei. Nun wolle er über das Hotel »Edelweiß« hinaus noch etwas in der Region bewegen. Und für Georg Hinterleitner, der auf der Versammlung auch Martin Harlander vertrat, »ist die Region einzigartig«. Es stelle für ihn eine Herausforderung dar, an dem Projekt Jennerbahn-Neubau beteiligt zu sein. Ulli Kastner