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Ernte in diesem Jahr ist mindestens durchschnittlich

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Landkreis Traunstein: Ernte in diesem Jahr im Chiemgau ist durchschnittlich
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Hoch steht das Getreide auf vielen Feldern im Landkreis Traunstein – was die Landwirte freut, die nun die Ernte einfahren. (Foto: Pültz)

Eine »durchschnittliche, vielleicht sogar überdurchschnittliche Ernte« erwartet Sebastian Siglreithmayer, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV), in diesem Jahr im Landkreis Traunstein. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, seien die zurückliegenden Wochen und Monate niederschlagsreich gewesen, sagt er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Begünstigt vom Wetter wachsen Getreide und Mais heuer auf den Feldern seinen Angaben zufolge ebenso gut wie das Gras auf den Wiesen.


Der Startschuss für die Ernte im Landkreis Traunstein ist gefallen: Vor rund zwei Wochen haben die Bauern damit begonnen, den Ertrag ihrer Arbeit von den Feldern zu holen. Siglreithmayer will zwar den Tag nicht vor dem Abend loben, doch der Auftakt sei schon einmal vielversprechend gewesen.

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Niederschläge begünstigen Wachstum

Einmal mehr bewahrheite sich in diesem Jahr, so der Kreisobmann, der selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb in Neudorf (Stadt Traunreut) leitet, dass der Landkreis Traunstein klimatisch betrachtet günstige Voraussetzungen für Ackerbau und Viehzucht bietet: Auch heuer wieder sei die Gegend am Alpenrand im Großen und Ganzen mit reichlich Niederschlägen gesegnet, die das Wachstum auf den Feldern und Wiesen entscheidend begünstigen.

Allein die Trockenheit im April wie auch die Nachtfröste im Mai seien nicht so gut gewesen. Sie werden nun seinen Angaben zufolge zu Ertragseinbußen führen, wenn die Landwirte dann einmal den Raps für die Ölgewinnung einfahren: Die Stengel seien vielfach aufgesprungen – womit der Raps verkümmert sei.

Der Landkreis Traunstein ist laut dem Kreisobmann zweigeteilt: Die Bauern im Norden betreiben seinen Angaben zufolge in der Regel Ackerbau und lassen auf ihren Feldern das Getreide – vor allem den Weizen und die Gerste – sprießen, die Landwirte im Süden hingegen besitzen vor allem Grünland. Da die Viehzucht hoch im Kurs steht, benötige sie laut dem BBV-Kreisobmann vor allem Wiesen und Weiden, die sie ihren Rindern zum Abgrasen geben können.

Die Ernte im Landkreis Traunstein habe vor rund zwei Wochen mit dem Einbringen der Wintergerste begonnen, so Siglreithmayer. Dieses Getreide sei mittlerweile eingefahren, der Ertrag, den die Felder brachten, sei »wie erwartet«, also zufriedenstellend und so gut wie im Vorjahr, ausgefallen. »Voll im Gange« sei nun die Ernte der Sommergerste. Und als nächstes gehen die Landwirte dann laut dem BBV-Kreisobmann an den Winterweizen.

Eine weitere Getreidesorte findet man auf den Feldern im Landkreis jedoch selten. »Hafer wird nur noch sehr wenig angebaut«, so Siglreitmayer.

Nicht nur Getreide, auch und vor allem Futter für die Rinder wächst allerorten. So ist die Hauptfrucht im Landkreis Traunstein nach wie vor der Mais. Noch nicht allzu hoch steht er, einige Wochen braucht er noch, um seine ganze Größe entfalten zu können. Erst Ende September und Anfang Oktober werde der erst im April und Mai ausgesäte Mais eingefahren.

Immer wieder werde den Landwirten im Landkreis Traunstein vorgeworfen, so Siglreithmayer, dass sie die Landschaft »vermaisen«: dass sie über Gebühr Mais anpflanzen und alles andere vernachlässigen. Der BBV-Kreisobmann räumt ein, dass die Mengen, die die Bauern gewinnen, zwar nach wie vor groß seien, doch der Trend sei seit einiger Zeit rückläufig. »Mitte der 90er Jahren haben wir mehr Mais gehabt«, sagt Siglreitmayer. Seitdem geht der Anbau seinen Angaben zufolge zurück. Der Grund: Vor rund 25 Jahren habe man im Landkreis noch eine Bullenmast betrieben, die große Mengen Futter benötigt. Diese Mast sei inzwischen eingestellt worden – und damit sei der Bedarf an Mais zurückgegangen.

Auf Hochtouren läuft die Grasernte. »Sie ist heuer sehr gut«, sagt Siglreithmayer. Immer wieder fahren die Bauern seinen Angaben zufolge in diesen Wochen auf ihre Wiesen. Fünf bis sechs Schnitte pro Jahr seien »normal«. Zum Teil werde im Jahr schon »sehr früh« gemäht, um Futter für die Tiere zu bekommen – Futter, das viel Eiweiß enthält. Bald im Jahr erfolge der erste Schnitt, und zeitig erfolge dann stets auch der nächste.